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Leben in einer Wohngemeinschaft

Leben in einer Wohngemeinschaft


News vom 06.05.2026 - Stand: 06.05.2026 08:30

Die Gesellschaft hat sich verändert. Familien leben weit verstreut, Nachbarschaften sind nicht mehr so eng wie früher. Die Folge: Viele Menschen fühlen sich im Alter einsam. In einer Wohngemeinschaft finden sie neue Bekannte und im besten Fall eine Ersatzfamilie, in der sich die Bewohner gegenseitig unterstützen und aufeinander schauen.

Irgendwann stellt sich die Frage: Weiter allein zu Hause leben oder ins Pflegeheim? Manchmal fühlt sich beides verkehrt an. Zum Glück gibt es mehr als zwei Antwortmöglichkeiten. In der Warnowallee 23a, einem neu gebauten Wohnhaus, richtet die WIRO Wohnen in Rostock derzeit ihre ersten beiden selbstbestimmten ambulant betreuten Wohngemeinschaften ein. Die ersten beiden Etagen des Zwölfgeschossers im Stadtteil Lütten Klein sind für die Wohnprojekte reserviert.

Das Konzept: Gemeinsam leben. Selbstbestimmt bleiben.
Jeder Bewohner bekommt sein eigenes unmöbliertes Reich, ein rund 30-Quadratmeter-Apartment mit Bad und Platz für die persönlichen Dinge. 19 Wohneinheiten gibt es insgesamt, vier Apartments sind für zwei Personen gedacht. „Die großen komplett eingerichteten Aufenthaltsbereiche mit Küche und Terrasse teilen sich alle“, erklärt WIRO-Teamleiter Thomas Krentz, der das Wohnprojekt betreut. „So haben die Mitglieder der WG alle Möglichkeiten: Gemeinschaft, wenn sie wollen. Ruhe und Rückzug, wenn sie es brauchen.“ Gerade für Menschen mit geringerem Pflegebedarf ist das WG-Modell gut geeignet. Sie haben Anschluss, trotzdem leben sie selbstbestimmt. Eine Präsenzkraft, die die Wohngemeinschaft selbst wählt, steht allen Bewohnern zur Seite. Sie sorgt dafür, dass alles läuft, kümmert sich um Einkauf, Wäsche und Kochen, unterstützt bei organisatorischen Dingen. „Weitergehende Unterstützung kann jeder individuell organisieren und einen ambulanten Pflegedienst beauftragen. Die WGs sind zum 1. Juli bezugsfertig.“

Welche Voraussetzungen müssen Mieter mitbringen?
Die Bewohner müssen einen Pflegegrad haben und sich folgende Fragen ehrlich beantworten: Bin ich gern unter Menschen? Bin ich bereit, Kompromisse zu schließen? „Die WG lebt vom Miteinander“, sagt Thomas Krentz. „Alle entscheiden zusammen, wie das gemeinschaftliche Leben läuft. Eine wichtige Funktion wird dabei dem selbstgewählten WG-Beirat zukommen.“

Gut zu wissen: Pflege ist Privatsache, jeder Bewohner wählt seinen Pflegedienst frei aus und rechnet individuell mit seiner Kasse ab. Menschen mit Pflegegrad steht ein Wohngruppenzuschlag zu: 224 Euro monatlich zur gemeinschaftlichen Finanzierung einer Präsenzkraft. Dazu kommt der Entlastungsbeitrag, das sind 131 Euro, zweckgebunden für Unterstützung im Alltag, beispielsweise für die Reinigung des eigenen Apartments oder Begleitung zu Terminen. Diese Leistungen können die Bewohner genau wie die Pflege bei einem ambulanten Dienst beauftragen.

Was kostet das Leben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft?
In der Pauschalmiete sind das Apartment und die Nutzung der möblierten Gemeinschaftsräume, inklusive Betriebskosten, enthalten. Strom im eigenen Apartment, Telefon, Rundfunkbeitrag und Internetzugang, Versicherungen und Notrufsystem zahlt jeder selbst. „Die Mitglieder der WG“, erklärt Thomas Krentz, „teilen sich die Kosten für alle Leistungen, die die Gemeinschaft beauftragt oder festlegt, wie die Präsenzkraft oder die Verpflegungspauschale für Lebensmittel. Diese Kosten können bei unverbindlicher Schätzung ab 678 Euro pro Person und Monat liegen.“

Link: www.WIRO.de/Gemeinschaft


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