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Grenzüberschreitende Innovation für eine sichere Zukunft

Grenzüberschreitende Innovation für eine sichere Zukunft


News vom 08.07.2026 - Stand: 08.07.2026 08:26

Location: Technische Hochschule Lübeck


Baltic Sea Region Hackathon 2026: Grenzüberschreitende Innovation für eine sichere Zukunft

Wie können freie und sichere Gesellschaften auch in einer Welt voller Krisen und Unsicherheiten bestehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studenten aus dem gesamten Ostseeraum beim diesjährigen Baltic Sea Region Hackathon, der vom 2. bis 5. Juli 2026 in Lübeck stattfand. Im Mittelpunkt standen kreative Lösungsansätze für reale gesellschaftliche und geopolitische Herausforderungen, zugleich aber auch der internationale Austausch, das gemeinsame Arbeiten und neue Kontakte über Ländergrenzen hinweg.



Insgesamt 44 Teilnehmer kamen am 2. Juli zum Auftakt des #b_hack zusammen. Unter ihnen waren Kulturwissenschaftler, Informatiker und Programmierer ebenso wie Studenten aus anderen Fachrichtungen. Bei einem Kennenlernabend mit Blick auf die Trave, kühlen Getränken und Pizza hatten sie zunächst Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Für einige war es nicht die erste Teilnahme. Louise Coram aus Neuseeland, die sich derzeit in Schweden aufhält, war bereits im vergangenen Jahr dabei und hält bis heute Kontakt zu ihrem damaligen Team. Fünf der sechs damaligen Teammitglieder kehrten 2026 nach Lübeck zurück, diesmal verteilt auf unterschiedliche Gruppen.

Neu dabei war Paula Pāvila aus Lettland. Die Studentin der Intercultural Relations aus Riga hatte sich bereits zuvor intensiv mit Fake News und politischem Aktivismus beschäftigt. Gemeinsam mit Louise Coram widmete sie sich während des Hackathons dem Thema Falschinformationen. Gerade die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe der Teilnehmer machten einen wesentlichen Teil des Konzepts aus. Nicht alle mussten Programmierer sein. Vielmehr ging es darum, ein Problem aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und daraus gemeinsam einen Lösungsansatz zu entwickeln.



Die Teams mit bis zu sieben Studenten wurden deshalb bereits im Vorfeld so zusammengestellt, dass möglichst unterschiedliche Fachrichtungen und Erfahrungen aufeinandertrafen. Am Freitag und Samstag begann die intensive Arbeitsphase. Die 44 Teilnehmer verteilten sich auf sieben sogenannte Tracks, die jeweils eine eigene Fragestellung rund um das Leitthema „Freie und sichere Gesellschaften – Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten“ bearbeiteten.

Guido Wendt, Staatssekretär im Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur in Schleswig-Holstein, hob die Bedeutung solcher Formate hervor. Gerade in geopolitisch angespannten Zeiten brauche es Möglichkeiten des Austauschs, die demokratische Grundwerte stärkten und junge Menschen verschiedener Nationen zusammenbrächten. Der Baltic Sea Region Hackathon verbinde digitale Innovation mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit in einer kreativen und positiven Atmosphäre.



Auch Cornelia Schmachtenberg, Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz, verwies auf die Möglichkeiten moderner Technologie. Diese könne helfen, Fake News zu entlarven, Angriffe besser einzuordnen und die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften zu stärken. Genau hierfür entwickelten junge Talente beim Hackathon Lösungsansätze für eine Ostseeregion, die zusammenhalte, frei bleibe und sicherer werde.

Ein Team beschäftigte sich besonders intensiv mit den Themen Freiheit und Sicherheit bei Auslandsaufenthalten. Ruzimuhammad Babaev aus Lettland, Yudi Cheng aus Deutschland, Szymon Gorny aus Polen, Shivang Gupta aus Finnland, Bernd Ole Heinrich aus Deutschland, Karolina Vapper aus Estland und Jiayi Gong aus Deutschland arbeiteten gemeinsam an der Frage, wie sich unterschiedliche Rahmenbedingungen verschiedener Länder transparent darstellen und vergleichen lassen.

Denn Freiheit und Sicherheit werden je nach persönlicher Lebenssituation, Vorlieben und Erfahrungen unterschiedlich wahrgenommen. Was im eigenen Land erlaubt und selbstverständlich ist, kann andernorts mit erheblichen Einschränkungen oder sogar hohen Strafen verbunden sein. Die Gruppe sechs entwickelte deshalb das Konzept eines „Liberty and Security Dashboard“. Zunächst identifizierten die Studenten relevante Aspekte von Freiheit und Sicherheit für verschiedene Personengruppen. Anschließend entwickelten sie die Idee einer Plattform, die wichtige Informationen über unterschiedliche Länder übersichtlich zusammenführt und vergleichbar macht.

Für die Präsentation schickte das Team symbolisch einen Panda auf eine große Reise. Die dafür verwendeten Bilder wurden mit künstlicher Intelligenz gestaltet. Bei der eigentlichen Plattform entschied sich die Gruppe jedoch bewusst gegen den Einsatz von KI, um Fake News und sogenannte Halluzinationen zu vermeiden. Stattdessen sollen sämtliche Quellen zu den dargestellten Informationen transparent einsehbar sein. Damit verband das Team die Themen Freiheit und Sicherheit unmittelbar mit der Frage nach verlässlichen Informationsquellen.

Mit dem „Liberty and Security Dashboard“ sicherte sich die Gruppe am Ende des Hackathons den ersten Platz. Die Plattform soll Informationen über Sicherheit und Freiheit vergleichbar machen und Studenten bei ihren Überlegungen eine datenbasierte Grundlage bieten. Entscheidungen über Auslandsaufenthalte oder andere internationale Erfahrungen müssten damit nicht allein aus dem Bauchgefühl heraus getroffen werden.

Gustav Lindström, Generaldirektor des Ostseerates, zeigte sich beeindruckt davon, wie junge Menschen innerhalb kurzer Zeit mit komplexen Problemen umgehen und Lösungsansätze für geopolitisch hoch relevante Fragestellungen entwickeln.

Doch beim Baltic Sea Region Hackathon ging es um weit mehr als den Wettbewerb und den ersten Platz. Für viele Teilnehmer standen die neuen Erfahrungen und der Blick über das eigene Fachgebiet hinaus im Vordergrund. Paula Pāvila berichtete, sie sei sehr inspiriert und habe die Chance erhalten, Themen kennenzulernen, die außerhalb ihres eigenen Arbeitsfeldes liegen. Auch kleinere Programmierkenntnisse für alltägliche Anwendungen habe sie aus den Tagen in Lübeck mitgenommen.

Louise Coram zog ebenfalls ein positives Fazit. Gemeinsam mit Paula Pāvila präsentierte sie die Ergebnisse ihres Teams zum Thema Fake News. Obwohl Präsentationen eigentlich nicht zu ihren bevorzugten Aufgaben gehören, habe sie diese Rolle gerne übernommen, weil sie von den Ergebnissen überzeugt gewesen sei. Ihr Team entwickelte eine Plattform, die Fakten über politische Versprechen und Parteien auf einen Blick darstellen und zugleich nachvollziehbar machen soll, aus welchen Quellen die jeweiligen Informationen stammen.

Neben dem Wissensaustausch prägte vor allem das persönliche Miteinander die Veranstaltung. Aus Teilnehmern, die sich zu Beginn nicht kannten, entstanden innerhalb weniger Tage neue Freundschaften. Genau dieser grenzüberschreitende Austausch gehört zu den zentralen Zielen des Hackathons.

Bereits zum vierten Mal wurde die Technische Hochschule Lübeck zum Treffpunkt für junge Menschen aus dem gesamten Ostseeraum. Beim Baltic Sea Region Hackathon 2026 arbeiteten 44 internationale Teilnehmer mehrere Tage intensiv an digitalen Lösungen für reale gesellschaftliche Herausforderungen. In sieben thematischen Tracks entwickelten sie kreative und innovative Ideen für eine sichere und freie Gesellschaft.

Organisiert und finanziert wurde der Hackathon vom Land Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Ostseerat und der Technischen Hochschule Lübeck.




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