Kolumne

Oktober: Das stille Örtchen

Oktober: Das stille Örtchen


Eintrag vom 03.10.2013

Männer und Frauen passen zusammen. Finden zumindest die Redakteure Nadine Klein & Tom Zerbe. Jeden Monat widmen sich die beiden kleinen Problemen aus dem Alltag.

Sie sagt: Manchmal muss man leider auch die etwas nicht so schönen Dinge in einer Beziehung ansprechen, ich bin mir aber sicher, dass ich nicht die Einzige mit diesem Problem bin: Wenn ER hektisch anfängt die aktuelle Tageszeitung oder das iPad zu suchen ist mir klar: „Du hast jetzt noch genau fünf Sekunden Zeit nochmal die Blase zu entleeren oder die Handcreme aus dem Bad zu holen, denn das Bad ist die nächste Stunde nicht mehr zu betreten und ER sowieso erstmal eine halbe Stunde verschwunden. Warum ER immer so lange auf dem stillen Örtchen braucht, ist mir völlig unklar. Genauso, wie der beachtliche Zeitungsstapel auf der Waschmaschine oder warum MEINE Magazine dort liegen. Schließlich geht man dorthin um etwas zu erledigen und nicht noch mal eben einen ganzen Roman fertig zu lesen oder gar mit dem Ipad irgendwelche Spiele zu spielen. Umso erstaunter ist ER natürlich, wenn er aus dem Bad kommt, dass ich es schon geschafft habe, den Frühstückstisch abzudecken, das Wohnzimmer aufzuräumen, die Wäsche abzunehmen, der Film schon zu Ende ist oder ich gar eingeschlafen bin. ER war doch nur mal kurz weg. Natürlich „kurz“ liegt immer im Auge des Betrachters. Ich brauche auch nur „kurz“ um mich morgens fertig zu machen. Natürlich klar, dass wenn man ihn darauf anspricht man keine ordentliche Antwort bekommt und er gerade in diesem Augenblick einen sehr wichtiger Anruf bekommt, wo er natürlich unbedingt rangehen muss.

Er sagt: Neulich saßen wir im Auto, zufällig war ich auf dem Beifahrersitz während meine bessere Hälfte durch den Stadtverkehr brauste, jeden zweiten Autofahrer wie ein Rohrspatz beschimpfte und ich im Geiste mein Testament durchging und so traf mich die Frage auch völlig unvorbereitet: „Schatz, wieso musst du eigentlich immer das Ipad oder eine Zeitschrift mit auf die Toilette nehmen?” Ähm - what? Ok, kurz sammeln. Warum eigentlich? Ganz einfach. Wenn ich also da so doof rumsitze und es dann doch länger dauert, dann muss ich irgendwas Sinnvolles tun. Also, entweder ´ne Zeitung lesen oder diverse Spiele auf dem Ipad spielen. Aber das würde SIE garantiert nicht verstehen. Ich höre schon ihre Antwort, welche Dinge wie „schneller fertig werden”, „nicht stundenlang rumsitzen” oder auch „Ipad ist nicht sinnvoll” ... und so weiter beinhalten werden. Also ganz klar, egal was ich antworte, vorbei ist es mit meiner Ruhe auf dem Klo zu Hause. Vor allem, weil SIE jedesmal den halben Haushalt schmeißt, während ich mal ein paar Minuten Ruhe genieße. Also spiele ich auf Zeit: „Schatz, wie kommst du gerade jetzt in dieser Sekunde darauf?” höre ich mich fragen. „Das fällt mir jedesmal ein, wenn du auf die Toilette gehst und ich die halbe Wohnung sauber mache - bis du jedoch fertig bist hab ich es meistens schon wieder vergessen, dich zu fragen.” ha, es war eine Falle. Egal was ich jetzt antworte - ich kann gar nicht gewinnen. Mein Glück, dass genau in diesem Augenblick mein Telefon klingelt. Egal wer es ist, ich muss rangehen ... „ist bestimmt wichtig Schatz” ...

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