Kolumne

September: Gleich Schatz

September: Gleich Schatz


Eintrag vom 03.10.2013

Männer und Frauen passen zusammen. Finden zumindest die Redakteure Nadine Klein & Tom Zerbe. Jeden Monat widmen sich die beiden kleinen Problemen aus dem Alltag.

Sie sagt: Dass die Interpretationen von manchen Wörter bei Männern und Frauen unterschiedlicher manchmal nicht sein können ist uns Frauen nun schon hinreichend bekannt, dass ER aber auch nicht lernfähig ist, ist MIR unverständlich. Wenn ich ihn also Frage, ob er mir eben mal fix ein paar Löcher in die Wand bohren kann damit ich meine gerade eben neu gekauften Bilderrahmen aufhängen kann sagt er selbstverständlich „Klar Schatz mach ich “. Dass die Löcher natürlich in einem Monat immer noch nicht in der Wand sind, müsste mir bei diesem Satz sofort klar sein. Auch der Müll, den er GLEICH runterbringen wollte, steht noch in der Küche ebenso die schmutzige Wäsche. In völliger Vorfreude bereite ich ihm also alles vor, messe alles aus, mache ihm die Kreuzchen sogar an die Wand. Spätestens als ich die Bohrmaschine in der Hand habe, steht ER mit großen Augen vor mir. In Ausreden finden ist ER natürlich Weltmeister! Es ist schon 20 Uhr, morgen ist Sonntag, Montag bist du nicht da, Dienstag muss ich arbeiten ... und alleine kann er das sowieso nicht machen. Der ganze Staub der da entstehen würde, wenn keiner den Staubsauger hält, beim Müll geht das natürlich weiter: Dann muss ich mir jetzt eine Hose anziehen, ich nehme den Müll morgen mit, wenn ich zur Arbeit gehe … und so stehen nunmehr meine Rahmen immer noch fein säuberlich aufgereiht auf dem Boden vor der Wand mit den bereits gekennzeichneten Kreuzchen neben der Bohrmaschine und ich sauge fleißig drum herum und sehe zu wie die Wollmäuse hinter den schräg aufgereihten Bilderrahmen immer größer werden und sich langsam aber sicher vermehren und warte darauf, dass ER die Löcher GLEICH bohrt.
P.S. Liebe Mädels lasst euch gesagt sein: Auch eine ToDo-Liste, welche in Augenhöhe an der Haustür hängt, kann gekonnt ignoriert werden.

Er sagt: Regelmäßig muss mich meine bessere Hälfte an Dinge erinnern, die ich nur unter Zwang zugesagt habe. Was bleibt mir denn auch anderes übrig, wenn sie mich bittet ein bis dreißig Löcher in die Betonwand zu bohren, weil sie gerade in irgendeiner Zeitschrift diese „total praktische und überaus schicke Herbstdeko” gesehen hat. Sie entwickelt also ungeahnte Energien und zieht von Depo zu Ikea und Wikinger um auch ja das Passende zu finden. Klar, geht ja auch schnell, so ein Loch in die Betonwand. Alternative? Keine. Lust? Erst recht nicht. Also verschiebt man das erstmal auf später. Leider kann SIE sich Dinge merken, dagegen wirkt ein Elefantengedächtnis wie ein Kurzzeitspeicher. Ich bin gerade nach Hause gekommen, die Couch ist meine, ich sitze keine zwei Sekunden und höre Ihre Stimme. „Schatz, du wolltest noch ...” Egal was es ist, ich wollte schon mal gar nicht, habe aber des lieben Friedens willen ja gesagt. Noch am gleichen Tag steht SIE erwartungsfroh vor mir. Ich weiß was kommt. Sie hat sogar schon die Bohrlöcher an die Wand gemalt, gefühlte zweihundert Bilderrahmen liegen auf dem Fußboden und warten auf ihr neues Zuhause an der Wand. Dass Sie statt der Bohrmaschine jedoch den Akkuschrauber herausgeholt hat, ist nebensächlich und lässt mich wenigstens einen Moment scmunzeln. Woher soll SIE auch den Unterschied kennen, wenn sie noch nicht mal den Unterschied zwischen Star Trek Next Generation, der Originalserie und dem völlig anderem Star Wars kennt. So mach ich mich also ans Werk um wahlweise: ein bis zehn Bilder an die Wand zu bohren, ihr beim dekorieren zu assistieren (das ist genau so erniedrigend wie es klingt), irgendetwas von A nach B zu räumen, zu putzen, irgendetwas an die Wand zu halten oder oder oder ...
Übrigens, wir haben noch 180 Bilderrahmen über, falls also irgendwo Rahmen ausverkauft sind und jemand einen braucht - einfach melden. Ich verspreche auch, ich verrate IHR nichts.

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