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Warum stehen Insekten nicht auf unserem Speiseplan?

Warum stehen Insekten nicht auf unserem Speiseplan?


News vom 26.08.2020 - Stand: 01.09.2020 14:49

Im Vergleich zu Fleisch oder Milchprodukten ist die Öko- und Klimabilanz exzellent. Artgerechte Haltung? Kein Problem! Auch ernährungsphysiologisch können Insekten dank hohem Eiweißgehalt und wertvollen Mikronährstoffen überzeugen. Dennoch gibt es noch viele Vorbehalte gegen den Verzehr von Mehlwürmern, Heuschrecken und Co. Grund genug für Studierende der Universität Hohenheim in Stuttgart, um sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen. Denn als alternative Proteinquellen könnten Insekten einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Wirtschaftsweise von morgen leisten. Wie offen Kommilitonen unterschiedlicher Studiengänge dafür sind, haben sie im Rahmen einer Umfrage genauer untersucht.

Genuss ist Kopfsache
Insgesamt nahmen 140 Personen im Alter von 19 bis 35 Jahren an der anonymen Umfrage teil: Jeweils 35 Studierende aus ernährungswissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen, technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen. Wenn es um die Frage geht Insekten in die alltägliche Ernährung zu integrieren, fällt die Bereitschaft bei Studierenden aller Studiengänge gleichermaßen verhalten aus: Auf einer Skala von 1 (= gar nicht bereit) bis 5 (= auf jeden Fall) bewegen sich die durchschnittliche Akzeptanzwerte aller vier Gruppen zwischen 2,0 und 2,25. Dabei sind viele Insekten reich an Eiweiß, Eisen und Vitamin A und könnten einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten. Während der Verzehr hierzulande mit Ekelprüfungen im TV 
assoziiert wird, sind Insekten in Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas traditioneller Bestandteil des Speiseplans.  


Das Auge isst mit
Fast alle Probanden lehnten übrigens Kakerlaken ab, während sich 50% vorstellen könnten, Heuschrecken und Grashüpfer zu verzehren. 35% verschmähen den Verzehr jeglicher Art von Insekten. Auch die Darreichungsform spielt für die Studierenden eine Rolle: 33,6% gaben an, Insekten ausschließlich verarbeitet konsumieren zu wollen. Die höchsten Akzeptanzwerte erzielten Burger-Patties, gefolgt von Insekten-Mehl und Nudeln.



Motiv Neugier überwiegt
Außerdem wollten die Teilnehmer des Humboldt reloaded-Projekts von ihren Probanden wissen, aus welchen Gründen sie sich für den Verzehr von Insekten entscheiden würden. Mit einem Zustimmungswert von 64% überwiegt hierbei ganz eindeutig die Neugier. Umwelt- und Tierschutz stehen mit 46 % hingegen erst an zweiter Stelle und nur 17 % der befragten Studierenden gaben Gesundheit als ausschlaggebendes Motiv an.

(T: Universität Hohenheim Stuttgart, F: PR/Adobe Stock)


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