Editorial - Neubrandenburg

Lassen Sie mich durch, ich bin krank!

Lassen Sie mich durch, ich bin krank!


Jedes Jahr kann ich auf’s Neue die Uhr danach stellen: Wenn das Bikiniwetter vorüber ist (und ich sehe bestimmt ganz fabelhaft in einem Bikini aus!), dann stimmen meine Gesichtshaut, meine Lippen und meine Hände darüber ab, wer zu erst spröde und rissig wird. Bei diesem Sprint gibt es eigentlich nie einen klaren Gewinner, da sind alle Sieger. Und so platze ich im wahrsten Sinne des Wortes ausnahmsweise mal nicht vor Neid sondern, wie mein Kleiderschrank, aus allen Nähten. Während ich deshalb wie ein Bescheuerter sämtliche Teile meines Körpers eincreme, fahren Andere lieber in den Urlaub. Die Rede ist, genau, von den Viren, die mit Instagram-Lächeln und Schwimmnudel bewaffnet ihr neues exotisches Reiseziel anvisieren.

Mich. 

So kam ich in den letzten Tagen in den Genuss, zu einem billigen All-inclusive-Schuppen für Schnupfen, Husten und Heiserkeit zu mutieren. Ich tat mir gar ein wenig selber leid, aber das Verhalten, so sagt man, scheint bei der Spezies Mann kein Einzelfall zu sein. Deshalb sind 100 Prozent der Männer auch lieber All-Inclusive-Schuppen für Viren als für Babys. Die kann man nicht so einfach ins Taschentuch schnauben.

Wie begrüßt ihr eure Mitmenschen eigentlich, wenn ihr erkältet seid? Kennt ihr die Situation, dass sich die Betroffenen lange vor dem ersten HALLO für ihren Gesundheitszustand entschuldigen? Sätze wie „Nee sorrrry, ich geb’ dir besser nicht die Hand.“ sind keine Seltenheit. Doch manchmal trifft man ja auch auf Menschen, die sich wie starke Verstopfungen anfühlen. In dem Fall einfach mit einem fimreifen Zungenkuss begrüßen! (Nicht zu empfehlen, wenn es sich um deine Schwiegermutter oder deinen Chef handelt.)

In diesem Sinne, bleibt gesund! 

Euer Martin

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