City-News
Trümmertorte
News vom 01.09.2026 - Stand: 01.09.2026 08:33
Lübecks Trümmertorte erzählt Geschichte
Im St.-Petri-Café in Lübeck wird nicht nur gebacken und gekocht – hier verbindet sich Genuss auch mit einem Stück Stadtgeschichte. Eine besondere Spezialität ist die beliebte Trümmertorte. Ihren Namen verdankt sie dem Baiser, das beim Anschneiden bröckelt und an herabgefallene Steine und loses Mauerwerk erinnert. Zugleich weckt der Name Erinnerungen an Palmarum 1942, als die Lübecker Innenstadt bei einem Luftangriff schwer getroffen wurde und unter anderem St. Petri, St. Marien und der Dom ausbrannten.
Das Rezept stammt zwar nicht aus dem St.-Petri-Café, wurde dort aber angepasst. Auf den Teig aus Butter, Eiern, Zucker, Mehl, Backpulver und Vanillezucker kommt eine Baiserschicht. Zwei dieser Böden werden anschließend mit Sahnequark, Sahne und Früchten gefüllt. Welche Früchte verwendet werden, richtet sich nach der Saison: Erdbeeren, Blaubeeren oder Weintrauben gehören ebenso dazu wie selbstgemachtes Apfelkompott mit Zimt zur Weihnachtszeit. Besonders während des Kunsthandwerkermarktes ist die Nachfrage groß – dann werden täglich vier bis sechs Trümmertorten verkauft.
Verantwortlich für die süßen und herzhaften Kreationen ist Andrea Flint. Die gelernte Chemielaborantin kam 2004 zunächst auf Minijob-Basis ins St.-Petri-Café. Seit 2011 leitet sie das Café und ist gleichzeitig für den Aussichtsturm von St. Petri tätig. Unterstützt wird sie von vier Mitarbeiterinnen.
Eine feste Speisekarte gibt es nicht. Das Team kocht und backt saisonal und probiert regelmäßig neue Rezepte aus. Neben Torten und Kuchen werden auch Pfannengerichte, Quiches und Suppen angeboten. Ein weiterer Geheimtipp ist mittlerweile die selbstgemachte Rumkugel – deren Rezept Andrea Flint allerdings nicht verrät.
Das St.-Petri-Café ist montags bis sonnabends von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
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