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Neuer Internetanschluss - Kabel, Glasfaser oder DSL?

Neuer Internetanschluss - Kabel, Glasfaser oder DSL?


Ohne Internet können sich die meisten Menschen ihren Alltag gar nicht mehr vorstellen. 2014 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fast 80 Prozent aller deutschen Haushalte mit einem Internetanschluss ausgestattet und diese Zahl ist weiter im Steigen begriffen. Selbst viele Menschen in einem Alter über 65 bewegen sich mittlerweile täglich im World Wide Web.

Wer in eine neue Wohnung umzieht, kümmert sich in aller Regel auch um einen Internetanschluss. Dabei stellt sich weniger die Frage ob Internet oder kein Internet als diejenige, welche Art von Internetanschluss man bevorzugt. Schließlich gibt es in dieser Hinsicht mehrere Möglichkeiten, vor allem bei Wohnsitzen in Ballungszentren mit guter Infrastruktur. Hier können sich Internetnutzer oft zwischen Glasfaser, Kabel und DSL entscheiden. Doch worin liegt der Unterschied zwischen diesen verschiedenen Varianten und für wen sind sie jeweils besonders geeignet? Auf diese Fragen gehen wir hier ausführlicher ein.

Glasfaser - die Zukunftstechnologie

Glasfaser ist die Technologie der Zukunft, darin sind sich die meisten Experten einig. Doch für manch einen Internetnutzer ist dieser Begriff immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Was also zeichnet einen Glasfaseranschluss aus?

Glasfaserkabel bestehen aus mehreren dünnen Fasern, die Daten über Lichtsignale transportieren.

Die Technologie zeichnet sich unter anderem durch eine extrem hohe Geschwindigkeit der Datenübertragung und eine geringe Störanfälligkeit aus.

Schon heute besteht ein großer Teil des sogenannten „Backbone-Netzes“ aus Glasfasern. Für den letzten Abschnitt zwischen Verteiler und Kundenhaushalt kommen allerdings oft noch Kupferkabel zum Einsatz. Verläuft die Glasfaserleitung direkt in die Wohnung des betreffenden Internetnutzers, spricht man von FTTH (Fibre To The Home). Dies ist in aller Regel gemeint, wenn schlicht von einem „Glasfaseranschluss“ die Rede ist.

Doch mit welchen Vor- und Nachteilen ist dieser verbunden?

 + Datenübertragungstraten von aktuell bis 200 Mbit/s und in Zukunft deutlich mehr.

 + Weniger störanfällig als andere Verbindungen

 + Ideal für Mehrpersonenhaushalte oder datenintensive Anwendungen

 - Mit höheren Kosten verbunden als andere Anschlüsse

 - Noch nicht überall verfügbar.

Die geringe Verfügbarkeit von Glasfaser trifft vor allem Personen, die in spärlich besiedelten Gegenden wohnen. Insgesamt hinkt Deutschland in dieser Hinsicht immer noch deutlich hinterher im internationalen Vergleich, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich wieder deutlich machte. Diese Tatsache kritisiert vor allem die Wirtschaft, aber sie trifft auch Privatverbraucher, die von der neuen Technik profitieren möchten.



Internet per Kabelanschluss

Internet über Kabel ist eine Alternative, an die viele Menschen gar nicht denken, wenn sie sich für einen neuen Internetanschluss entscheiden müssen. Dabei kann sich diese Variante sowohl finanziell als auch was ihre Eigenschaften im Betrieb betrifft, durchaus lohnen. Grundsätzlich wird in diesem Fall das bereits bestehende Kabelnetz genutzt, das Haushalte mit Fernsehen versorgt. Ein Kabelanschluss ist also notwendig. Dieser muss aber nicht unbedingt für den TV-Empfang genutzt werden. Viele Provider bieten Tarife nur für Internet und Telefon an – die entsprechend kostengünstiger sind. Es ist also durchaus möglich, das Internet aus dem Kabelnetz und das Fernsehen über die Satellitenschüssel zu beziehen.

Ein kleiner Umbau kann trotzdem erforderlich sein, auch wenn schon ein Kabelanschluss in der Wohnung im Haus vorhanden ist – nämlich dann, wenn beispielsweise die vorhandenen Kabelbuchsen technisch nicht auf der Höhe der Zeit sind.

Grundsätzlich zeichnet sich Internet über Kabel durch folgende Vor- und Nachteile aus:

 + Hohe Geschwindigkeiten

 + Vergleichsweise geringe Kosten

 - Möglicherweise ist ein Umbau erforderlich

 - Nicht überall verfügbar

 - Geringere Auswahl an Providern

Grundsätzlich unterscheiden sich auch bei dieser Variante, Internet zu beziehen, die einzelnen Tarifangebote. Wer geschickt vergleicht, kann aber gerade mit Internet über Kabel echte Schnäppchen machen – und Geschwindigkeiten von über 100 Mbit/s zu günstigen Preisen genießen.

DSL - der Klassiker

Angesichts der Tatsache, dass Deutschland im Ausbau des Glasfasernetzes noch hinterherhinkt, besetzt DSL immer noch eine zentrale Position auf dem Markt. Dabei handelt es sich in der Realität allerdings immer häufiger nicht um das klassische DSL, sondern um VDSL. Worin besteht der Unterschied zwischen beiden? Bei VDSL wird im Gegensatz zu DSL stärker auf den zusätzlichen Einsatz von Glasfaserleitungen zu normalen Kupferkabeln gesetzt. Das sorgt für deutlich höhere Geschwindigkeiten, theoretisch bis zu 200 Mbit/s. Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei solchen Angaben um Maximalwerte handelt. In der Realität ist die Verbindung in aller Regel deutlich langsamer. Mit einem DSL-Test lässt sich dies für den eigenen Wohnort oftmals herausfinden.

DSL beziehungsweise VDSL zeichnet sich durch folgende Vor- und Nachteile aus:

 + Hohe Verfügbarkeit

 + Je nach Standort hohe Geschwindigkeiten möglich

 + Breite Auswahl an Providern

 - Oft höhere Kosten als Kabelverbindungen

 - Maximalgeschwindigkeit mehr oder weniger ausgereizt ( im Gegensatz zu reinen Glasfaserverbindungen)

In aller Regel ist ein VDSL-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 50 Mbit/s mehr als ausreichend für einen Haushalt, sogar dann, wenn sich mehrere Nutzer gleichzeitig im Internet aufhalten. Wer jedoch häufig große Datenmengen versendet beziehungsweise herunterlädt, hat guten Grund, sich für Glasfaser zu entscheiden – vorausgesetzt diese Möglichkeit besteht. Noch mehr gilt das für Firmen, denn sie haben andere Ansprüche als Privatpersonen. Entscheidend an dieser Stelle ist, dass Glasfaser für die Zukunft heute kaum vorstellbare Geschwindigkeiten verspricht, während mit DSL das berühmt berüchtigte „Ende der Fahnenstange“ wohl bereits erreicht ist.

Oft sind die kleinen Unterschiede entscheidend

Während die deutsche Wirtschaft den Ausbau des Glasfasernetzes als entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit ansieht, sieht die Sache für Privatverbraucher anders aus – vor allem für Personen, die das Internet in „durchschnittlicher“ Weise nutzen und vielleicht in einem Einpersonenhaushalt leben. Hier sind 16 Mbit/s durchaus ausreichend – auch für Streaming-Freunde. Ob man trotzdem zum Datenturbo greift, sollte dieser verfügbar sein, ist Geschmackssache. Nicht aus den Augen lassen sollten Nutzer die Möglichkeit, das Kabelnetz für den Internetanschluss zu nutzen. Auf diese Art lässt sich unter Umständen viel Geld sparen.

Bildquellen:

Abbildung 1: © AnneVerschraagen (CCO-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: © FirmBee (CCO-Lizenz) / pixabay.com

In Zusammenarbeit mit Virtualnights.com

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