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Im Interview: ATZE SCHRÖDER

Im Interview: ATZE SCHRÖDER


News vom 07.02.2018 - Stand: 07.02.2018 12:19

Du hast über die Jahre eine spezielle Verbindung zu Rostock aufgebaut, nicht zuletzt auch durch die Freundschaft zu Andrea Sparmann. Woran erinnerst du dich besonders gerne?
Ich habe schon von Anfang an immer hier gespielt und so hat sich dann auch diese besondere Bindung hierher aufgebaut. Wenn ich an den letzten Auftritt, im Rahmen von „Richtig fremd gehen“ denke, das war so ein ganz magischer Abend. Klar – Das sagt man in jeder Stadt, aber hier stimmt es jetzt mal wirklich und jeder, der dabei war, wird sich sicher auch daran erinnern, dass sich das mit dem Publikum zusammen hochgeschaukelt hat.
Es war ein sensationeller Abend und ich habe mehrere Zugaben gespielt, weil noch niemand nach Haus wollte – Auch ich nicht.

Was erwartet mich, wenn ich zu deinem neuen Programm „Turbo“ gehe?
Im Kern geht es darum, dass wir mittlerweile in einer Zeit leben, in der alles so überhöht und schnelllebig ist, wie Turbo-Sex, Turbo-Kommunikation, Turbo-Abi, Turbo-Urlaub und so weiter – Und da möchte ich meine Zuschauer mit diesem Programm auffordern, mal vom Gas zu gehen, vielleicht auch mal das Handy abzuschalten, zumindest für die zwei Stunden, die sie bei mir sitzen.

Gibt es in deiner Karriere einen Meilenstein, ein Ereignis, an das du dich ganz besonders gern zurückerinnerst?
Da gab es wirklich viele! Ich habe sieben Jahre lang die Kiosk-Serie gemacht, daher kennen mich heute wohl auch die meisten. Das Ganze war damals auch eine Idee von mir und auch ein Herzensprojekt, dass umzusetzen. Ein großes Highlight war es, zwei Jahre lang Vorarbeit geleistet zu haben und dann plötzlich tatsächlich in diesen Kulissen zu stehen, die dann genau so waren, wie man sich das erdacht hat.

Sehnst du dich manchmal noch dahin zurück und würdest dir wünschen, noch einmal dort am Set zu
stehen?

Ne, auf keinen Fall! Also da würde ich lieber zum Tiefbau gehen. lacht
Ich muss ganz ehrlich sagen, so eine Serie zu schauen macht wesentlich mehr Spaß, als sie zu drehen. Das waren teilweise bis zu 16-Stunden lange Drehtage, dreieinhalb Monate, jeden Sommer, und wir haben dann auch auf meinen Wunsch hin aufgehört. Es war wirklich eine tolle Zeit aber ich bin auch froh, dass sie vorbei ist.

Hast du noch Kontakt zu deinen damaligen Kollegen und könntest du dir noch einmal ein anderes Projekt mit ihnen vorstellen?
Ja ich habe erst vor kurzem mit Heike Kloss, die damals „Biene“ gespielt hat, telefoniert. Natürlich hat man aber mit dem einen mehr und mit dem anderen weniger Kontakt. Man darf auch nicht vergessen, wir haben 1999 die Erste und 2006, also vor über zehn Jahren, die letzte Staffel gedreht. Es gab immer mal Anfragen von RTL wenigstens noch einen Film zu machen. Ganz nach dem Motto: Was machen sie heute? Aber das ist für mich auch so eine heilige Kuh – das war eine gute Zeit und muss man dann aber auch eine gute Zeit sein lassen.

Was ist für dich noch ein zukünftiger Meilenstein, auf den du hinarbeitest?
Mein letztes Buch, das ich veröffentlich habt – „Der Turbo von Marrakesch“ – war ein Thriller. Die Verfilmung dessen wäre auch noch einmal ein Highlight für mich. Da gibt es auch bereits Pläne, mal schauen, ob wir da zusammenkommen, aber das könnte ich mir auf jeden Fall gut vorstellen. Da würde ich dann selber auch mitspielen. Da wäre dann aber die Maske besonders gefragt, mich noch einmal in den Jugendlichen Atze zu verwandeln — lacht –

Wenn du eine Sache an dir selbst ändern könntest, was wäre das?
Puh, dann wäre ich wahrscheinlich etwas weniger ungeduldig. Also ich kann dann wirklich auch schon richtig nerven. Etwas mehr Gelassenheit täte mir sicherlich ganz gut.

Wenn du für einen Tag in eine andere Rolle schlüpfen könntest, wer wärst du dann gerne?
Ich überlege noch wer ich gerne einmal wäre, aber ich kann jetzt schon sagen, definitiv eine Frau! Jetzt kann ich ja auch nicht so eine Granate nehmen, dann wäre ich den ganzen Tag ausschließlich mit mir selbst beschäftigt ...  Angela Merkel, das würde mich wirklich mal interessieren, weil wir alle nicht wissen, wie sie ganz privat so ist. Also wirklich, das würde mich ganz im Ernst mal interessieren, wie sie die Welt sieht und was sie den ganzen Tag so macht.

Mal eine ganz andere Richtung: Wenn du Teilnehmer beim Promi-Boxen wärst, welcher Titel wäre deine Einlaufmusik?
Lacht – Thunderstruck von AC/DC wahrscheinlich oder Highway to Hell, das würde in dem Fall wahrscheinlich besser passen.

Und wer wäre dein Lieblingsgegner?
Wladimir Klitschko, dann wäre ich zumindest schon wieder früh zu Hause. Vielleicht habe ich auch Glück. Man muss auch noch Ziele im Leben haben. Ich habe vor fünf Jahren beim Radiopreis eine Laudatio gehalten und da saß Wladimir direkt in der ersten Reihe vor mir und ich habe eine Nummer über die Klitschkos gemacht. Aber glücklicherweise sind die beiden auch sehr humorvoll und da kam von ihm als Reaktion ein Daumen hoch.

Was hast du gemacht, bevor du als Comedian gestartet bist?
Ich war Schlagzeuger und das war auch eine sehr lustige Zeit. Vorher habe ich mal Soziologie studiert, drei Semester lang, und war eigentlich nie da – wie das so üblich ist bei Soziologiestudenten – Lacht – Und habe aber auch da schon sehr viel Schlagzeug gespielt, auch in verschiedenen Bands. Sollte also ab morgen keiner mehr meine Comedy mehr hören wollen, dann werde ich wahrscheinlich wieder Schlagzeuger.

Wo fühlst du dich zu Hause?
Ich bin tatsächlich auch ein Umgebungsopportunist. Ich glaube ja, dass man Orte eigentlich nur an den Menschen festmacht, die man dort trifft und mag oder eben auch nicht mag. Und wenn ich in Bitterfeld drei nette Leute kennenlerne, dann würde ich euch auch sagen, dass Bitterfeld gar nicht so schlecht ist. – Lacht – Also da wo ich bin, da fühle ich mich meistens auch wohl und nerv meine Umgebung damit dass ich sage, ich ziehe hier hin. – Lacht – Also wenn ihr mich jetzt im Moment fragt, dann schaue ich derzeit nach einer Wohnung in Rostock. – Lacht –

Was bestellt du dir nach einem Auftritt an der Hotelbar?
Wechselnd immer mal. Mein absoluter Startpilot, wenn ich an die Bar komme, sorgt auch immer gleich für Gesprächsstoff, ist Prosecco und Jägermeister. Das ist natürlich eine Kombination, wo sich selbst der Barkeeper dann fragen, was stimmt mit diesem Mann nicht. Aber ich habe eine Theorie dazu – Und zwar habe ich darüber ganz viele Frauen kennengelernt. Ich glaube nämlich, dass wenn eine Frau mit mir einen Prosecco und einen Jägermeister trinkt, die Wahrheit erzählt. Dazu habe ich auch zwei Theorien – Die eine ist die Chemikale, das heißt Prosecco und Jägermeister erzeugt durch die spezielle Chemie eine sehr hohe Toninausschüttung, spricht die Frau ist sehr glücklich und erzählt alles. Das ist Theorie A und Theorie B ist, wenn eine Frau so blöd ist das zu trinken, hätte sie sowieso alles erzählt. – Lacht – Und die Meisten halten B für wahrscheinlicher.

Wirst du eigentlich ohne deine Kostümierung auf der Straße erkannt?
Ja, sobald ich spreche ist eigentlich alles vorbei... lacht
Ich komme aber ehrlich gesagt auch langsam in die Phase meiner Karriere, wo ich dann auch schon mal darauf hoffe ...

Atze Schröder kommt am 1. März in die Stadthalle
Rostock. Karten sind im
Vorverkauf erhältlich.


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