Musik

Review: MOGUAI - Colors

Review: MOGUAI - Colors


Eintrag vom 05.10.2021 - Stand: 05.10.2021 11:57

SPOILER: Ab 1.11. verlosen wir in unserer November-Ausgabe sowie online Fan-Pakete von Moguai! Also speichert euch diese Seite ab!

 

Wer derzeit deutsche EDM-Stars benennt, kommt nicht an Namen wie Robin Schulz und Felix Jaehn vorbei. Die junge Riege scheint seit einigen Jahren nicht nur die Tanzflächen der Nation zu beherrschen sondern auch die deutschen Single- und Albumcharts. Zu verdanken haben sie das mitunter den Pionieren der deutschen EDM- und Technoszene – dazu gehört auch Moguai, der im Oktober sein drittes Studioalbum "Colors" veröffentlichte. Der seit den 1990ern international tätige Musikproduzent tat sich in den letzten Jahren schwer, einen Longplayer auf den Markt zu bringen. Sein letztes Album "Mpire" erschien vor neun (!!!) Jahren. Zum Vergleich: Lana Del Rey stand zur ungefähr gleichen Zeit mit ihrer ersten Single "Video Games" ganz weit oben in den deutschen Singlecharts. Doch eins vorweg: Die lange Wartezeit hat sich gelohnt.

Mit "Colors" liefert der Musiker 15 kurzweilige, elektronisch-housige Tracks und unzählige interessante Features mit Newcomern und "alten Hasen". Darunter befindet sich unter anderem der Song "Goodbye" mit der niederländischen Sängerin MINGUE, der mit seinem hypnotischen Beat in die Clubs bittet. In "A little bit of faith" wird Moguai unterstützt durch MY PARADE und den Neuseeländer Graham Candy, der 2014 mit "She moves (far away)" in Deutschland einen Top-10-Hit für sich verbuchen konnte. Mit "Blue Monday" steckt sogar eine Coverversion eines 80er-Hits in der Playlist. Im Original durch die Band New Orders interpretiert, sorgt die neue, knapp dreiminütige, Moguai-Version zusammen mit LIONSHEAD und Tim Hox für ordentlich Festivalstimmung – abfeiern, der Bass dröhnt, Glitzer im Gesicht. Yes, please!

 



 

In der bunten Welt von "Colors" braucht übrigens kaum ein Song sonderlich lange, um sich aufzubauen und das Publikum mitzureißen. Das macht jeden einzelnen Track radiotauglich und geeignet für das ungeduldige Streamingvolk. Immerhin skippen 24 Prozent aller Nutzerinnen und Nutzer der "großen grünen Musikstreamingplattform" bereits nach fünf Sekunden zum nächsten Song. Um dann aber doch nicht ganz den Underground-Clubcharme zu verlieren, hat der Recklinghausener mit "Do NOT feed" an's Ende seiner LP noch ein synthethisches Instrumentalwerk gesetzt, welches knapp fünf Minuten Spiellänge aufweist und kein fancy Feature im Namen trägt. Damit beweist er uns, was nie bewiesen werden musste: Moguai funktioniert auch alleine, allerdings wäre das Album ohne seine Gastmusikerinnen und -musiker nur halb so bunt.

(T: MF, F: PUNX Records / APIS Photography)

 

4 von 5 piste-Männchen für

MOGUAI - Colors

erschienen am 1. Oktober 2021

 

Sie hier das Musikvideo zur Singleauskopplung "Go home" -->

zurück

Das könnte dich auch interessieren