piste Schwerin 09/2022
16 LIFESTYLE | PISTE.DE Fotos: © ABTAUCHEN IN MV INTO THE WILD In diesen turbulenten Zeiten, wo eine schau- rige Nachricht auf die nächste folgt, ist es bis- weilen wünschenswert, einfach mal abtauchen zu können. Auch dafür eignet sich Meck- lenburg-Vorpommern im Be- sonderen. Wer seine Reise in die Unterwasserwelt beginnen möchte, dem sei der Zarrenthi- ner Kiessee in Jarmen empfoh- len. Wer hier taucht, hat im An- gesicht der Steilwände fast das Gefühl, sich entlang eines Riffes zu bewegen. Mit etwas Glück schwimmen Hechte und Welse vor die Maske. Bei „Kosie´s D.I.V.E. Basis Schwerin“ mit an- geschlossener Tauchschule in Raben Steinfeld am Schweri- ner See gibt es auf verschiede- nen Unterwasserparcours alles, was das Taucherherz begehrt: Wracks, Lastensegler, Röhren und Haie – im Plastikformat. Etwas weiter östlich in Börge- rende, wo direkt am Camping- platz ein Tauch-Center des Rostocker Unternehmens Blue Life Center entstehen soll, war- ten Mergelbänke, üppige See- graswiesen und Steinfelder, zwischen denen Dorsche und Seehasen umherschwimmen, auf die Unterwassersportler. Das Ostseebad Nienhagen kann mit einem Holzwrack die- nen, gleich nebenan, in Elmen- horst, liegen Findlinge so groß wie Kleinwagen auf dem Mee- resboden und in der Feldber- ger Seenlandschaft sieht man in den Klarwasserseen be- kanntlich besonders gut. Man- che mögen schon auf die Idee gekommen sein, an der inzwi- schen obsoleten Nord Stream 2-Röhre zu tauchen. Das ist na- türlich verboten und ohnehin zu eintönig. Tauchen ohne nass zu werden? Selbstverständ- lich auch möglich im Nordos- ten. Dafür nutzt man einfach die Tauchgondeln an den See- brückenköpfen in Sellin, Zingst und Zinnowitz, probiert sich im Stagediving auf einem der vie- len Festivals oder schaut sich die Walnachbildungen in der Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“ im Stralsunder Ozean- eum an. Ob Nass- oder Tro- ckentauchen, am Ende muss in jedem Fall irgendwann wieder aufgetaucht werden. Meck lenburg-Vor pommer n strotzt förmlich vor Natur. Wo man nur hinsieht: Wiesen und Wälder, Flüsse und Seen – nicht zu vergessen: das Meer. Knapp ein Drittel des Landes steht unter Naturschutz; ein Glücks- fall. In so einem Umfeld fühlen sich nicht nur Einheimische und Gäste wohl: Die Anzahl der Ke- gelrobben wächst zur Freude der Naturschützer, zum Leid- wesen mancher Fischer. Die freilebende Nanduherde, die sich seit Jahren im Westen des Landes aufhält, entwickelt sich ebenfalls prächtig, für viele zu prächtig. Auch Elche wur- den schon in der Mecklenbur- gischen Seenplatte gesehen. Vielleicht testen sie das Ter- rain oder wollen einfach mal auf den Pfaden ihrer Vorfah- ren wandeln. See-, Fisch und Schreiadler leben hier. Letztere kommen in Deutschland nur noch in Vorpommern und Bran- denburg vor und sind bekannt- lich vom Aussterben bedroht. Im Müritz-Nationalpark kann man Fischadler übrigens nicht nur bei geführten Touren beobach- ten. Das so genannte Adler-TV in der Nationalpark-Informa- tion in Federow überträgt direkt aus einem nahegelegen Horst. Hoch im Kurs bei Naturliebha- bern stehen die Kraniche, die sich im Frühjahr und Herbst zu Tausenden in der Darß-Zings- ter Boddenkette, auf Rügen, im Müritz-Nationalpark und in der Schaalseeregion einfinden und über deren Lebensweise man sich am besten im NABU-Kra- nichzentrum in Groß Mohrdorf informiert. LIFESTYLE
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzQxODIw