piste Schwerin 08/2022
KULTUR 20 KULTUR | PISTE.DE KONSERVATORIUM SCHWERIN „VOM TRAUERN UND GLÜCKLICHSEIN“ Schülerinnen und Schü- ler des Konservatoriums Schwerin diesmal außeror- dentlich erfolgreich beim 59. Bundeswettbewerb Ju- gend musiziert in Olden- burg. Geschwister brin- gen drei 1. Preise mit nach Schwerin Der 59. Bundeswettbewerb Ju- gend musiziert fand in diesem Jahr wieder in Präsenz statt – diesmal vom 2. bis 9. Juni 2022 im niedersächsischen Oldenburg. Insgesamt hatten sich 2.300 jugendliche Musi- zierende aus ganz Deutsch- land in 1.500 öffentlichen Wertungsspiele den Jury-gre- mien gestellt. 11 Schülerin- nen und Schüler des Konser- vatoriums Schwerin hatten in 13 Wertungen teilgenommen. Sie erhielten vier Mal einen 1. Preis, zwei Mal einen 2. Preis, sechs Mal einen 3. Preis und einmal das Prädikat mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. Diese außergewöhnlich guten Ergebnisse machen alle Be- teiligten sehr stolz. „Schwerin wurde als Kulturstadt einmal mehr hervorragend vertreten“- so Dirk Kretzschmar der Leiter des Kultur-büros. Volker Ah- mels, der Direktor des Konser- vatoriums Schwerin war auch in diesem Jahr der Bundesjury tätig, gratuliert sehr herzlich und sagt: „Das ist ein sensatio- nelles Ergebnis für unsere Mu- sikschule. Besonders hervorzu- heben ist das Abschneiden der Geschwister Anne Christin und Stefan Möbius. Gemeinsam mit ihren Spielpartnerinnen und -partnern konnten sie drei 1. Preise und einen 3. Preis erzie- len." Anne Christin Möbius und Jörg Justin Willi Drews durf- ten sogar beim 1. Preisträger- konzert vor Ort auftreten. Der besondere Dank geht an die Lehrenden. Sie haben die Mu- sizierenden mit viel Engage- ment und Leidenschaft vorbe- reitet. Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb - denn im nächsten Jahr geht Jugend musiziert in sein 60. Jahr. Dann starten im Januar wieder die Regionalwettbewerbe, Ende März der Landeswettbewerb Mecklenburg-Vorpommern und über Pfingsten vom 25. Mai bis 01. Juni 2023 dann das Bun- desfinale in Zwickau statt. Und bis dahin heißt es wieder üben, üben, üben. Stefan Möbius (Klavier) erhielt die Höchstpunktzahl 25 → Fotos: 1_© LHS/Christina Lüdicke, 2_© Stiftung Mecklenburg, Foto: Ralf Kopetz-Zimmermann ➀ ➁ mit Werken von Vera Kopetz In der aktuellen Sommerausstel- lung des Kulturforums Schles- wig-Holstein-Haus präsentiert die Stiftung Mecklenburg in Schwerin ihren jüngsten Samm- lungszuwachs. Es handelt sich um den größten Teil des Nach- lasses von Vera Kopetz (1910– 1998). Vera Kopetz, die 1910 in Königsberg geboren wurde, schuf ihre ersten Werke in Ber- lin. Durch einen Bombenangriff im November 1943 verlor sie ihre Wohnung und zog nach Mecklenburg. Hier lebte sie über drei Jahrzehnte in Schwerin und wirkte an vielen Orten der Re- gion. Unter anderem tragen das Ernst-Barlach-Theater in Güst- row, eine Schule in Mestlin oder das Wasserwerk in Plau am See ihre Handschrift. Zum besonde- ren Kristallisationspunkt ihres Schaffens wurde die Ostsee- insel Usedom. Sie wuchs mehr und mehr in die dortige Kunst- szene hinein, bis sie schließlich 1978 ihren Hauptwohnsitz von Schwerin nach Ückeritz ver- legte. Vera Kopetz lernte in ihrem Leben Licht und Schatten kennen. Das Thema Krieg und Frieden ist in Arbeiten aus unterschied- lichen Schaffensphasen zu fin- den. Armut, Elend und Zweifel beobachtete sie nicht nur sehr genau, sondern auch mit gro- ßer Empathie für die davon Be- troffenen. Demgegenüber ste- hen Arbeiten, in denen sie ein glückliches in sich Ruhen der Dargestellten und die Freude am Leben in den Vordergrund rückt. Die Ausstellung zeigt neben Ge- mälden und Zeichnungen auch Plastiken, Eindrücke von bauge- bundener Kunst sowie Beispiele für Buchgestaltung. Ein Schwer- punkt liegt auf Serigraphie (Sieb- druck). In dieser Ausdrucksform entwickelte Vera Kopetz eine besondere Meisterschaft. Einen eigener Ausstellungsteil ist dem in Berlin entstandenen Frühwerk gewidmet. Erstmals kann hier an- hand von Fotos aus dem Famili- enarchiv an mehrere kriegsbe- dingt verschollene bzw. zerstörte Gemälde erinnert werden. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Stiftung Mecklenburg mit dem Kulturforum Schleswig-Hol- stein-Haus der Landeshauptstadt Schwerin. Sie ist bis 2. Oktober 2022 täglich, außer montags, von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Vera Kopetz, Die Mütter (Die Glücklichen), Serigraphie mit fünf Farben, 1957. Vera Kopetz, Frau mit Möwen, Serigraphie mit sechs Farben, 1971. Sammlung Vera Kopetz, Die Mütter (Die Trauernden), Serigraphie mit fünf Farben, 1957.
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