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JOB & AUSBILDUNG 34 JOB & AUSBILDUNG | PISTE.DE Schwerin, 30.12.2021 Eine Geburtsstation ist nicht der erste Ort in einem Krankenhaus, bei dem man an einen Freiwil- ligendienst den-ken würde. In der Realität ist das aber der Fall und Nele Krohn ist das beste Beispiel dafür. Die Schwerine- rin absolviert auf der Mutter- Kind-Station in den Helios Kli- niken ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Sie hat ihren einjäh- rigen Freiwilligendienst im Sep- tember 2021 begonnen. Also viel Zeit zu lernen und sich hel- fend einzubringen – und genau das tut Nele. Ihr Vollzeiteinsatz beginnt jeden Tag um 07:30 Uhr. Das Team ist sehr dankbar für die Unterstützung, die sehr vielschichtig ist: Post erledigen, Material auffüllen, Akten ord- nen und Wäsche sortieren. Ihr Aufgabenschwerpunkt liegt in der Administrati-on, was wie- WIE HILFT MAN AUF EINER MUTTER-KIND-STATION? ÜBER FSJ ZUR LANDÄRZTIN derum das Stationsteam entlas- tet. Den Patientenkontakt ge- nießt Nele deshalb umso mehr - Entlassungen vorbereiten und Patienten begleiten: „Mir ge- fällt, wenn ich mal ein Baby auf den Arm nehmen darf und es sich dann beruhigt.“ Zurzeit dürfen die Patienten keinen Be- such bekommen, dann freuen sie sich umso mehr über die Gesellschaft der 19jährigen. Nele wollte eigentlich direkt nach der Schule Biologie stu- dieren. „Ich hatte aber keine Lust auf ein ‚Corona-Studium‘. Schule mit Kontakt-beschrän- kungen hat schon kein Spaß gemacht.“ Die junge Frau ist sehr froh über ihre Entschei- dung für ein FSJ. Die Arbeits- erfahrung vor ihrer Ausbildung ist auf jeden Fall ein Gewinn. Der Freiwilligen-dienst hat ihr aber auch in ihrer persönlichen Entwicklung gehol-fen: „Ich bin extrovertierter ge-worden, traue mich auch mal schwie- rige Telefonate zu erledi-gen. Ich habe schon viel gelernt!“ Die FSJ’lerin Nele aus Schwe- rin ist somit ein gutes Beispiel Schwerin, 14.12.2021 Auf dem Weg in den Beruf als Ärztin hat sich Lee-Ann Lembcke für ein Freiwilliges So- ziales Jahr (FSJ) entschieden. Dies absolviert sie in den He- lios Kliniken in Schwerin, in der Hautklinik. Die Abiturientin be- gann ihren einjährigen Freiwilli- gendienst im September dieses Jahres. Wie bei allen FSJ’lerinnen ist ihr Arbeitsalltag mit Helfertä- tigkeiten ausgefüllt. In der Früh- schicht, die um 06:00 Uhr be- ginnt, kümmert sie sich nach der Übergabe um die Vertei- lung der Medikamente, Hygi- ene und u.a. um das Messen der Vitalwerte. Nach erfolgrei- chen ersten drei Monaten hat sich bei Lee-Ann schon einige Routine eingestellt. Der Arbeits- alltag der FSJ’lerin ist trotzdem sehr abwechslungsreich: „Ich werde jeden Tag einer Schwes- ter zugeordnet und mit ihr laufe ich mit und unterstütze wo ich kann“, so die 18jährige. Sie ist zufrieden mit ihrer praktischen Überbrückung bis zum Studium, denn anderen zu helfen macht ihr grundsätzlich Spaß: „Be- sonders gut gefällt mir der Ver- bandswechsel, zu sehen, wenn es Patienten besser geht.“ Der Freiwilligendienst ist für Lee-Ann keine Zufallsentschei- dung. Sie wollte vor dem Me- dizinstudium sicher gehen, dass es das Richtige für sie ist. Sie bekommt einen guten All- tagseinblick und fühlt sich gut aufgenommen: „Hier sieht man andere Dinge als im Fernse- hen. FSJ macht Spaß, vor allem weil die Station so toll ist und wir hier ein echtes Team sind. Ich mag die Schwestern alle sehr gerne.“ So nimmt auch der Ausbildungswunsch immer mehr Gestalt an. Die geborene Schwerinerin plant bereits, für ihr Studium in Norddeutschland zu bleiben. Langfristig liebäu- gelt sich bereits mit dem Projekt „Landärztin“. Bis dahin ist es aber noch ein längerer Weg, den die junge Frau erstmal in ihrem FSJ bis zum Sommer kommenden Jah- res weitergeht. Sie freut sich auf diese Zeit, die nie langweilig wird: „Jeden Tag passieren hier so viele verrückte Dinge. Wenn ich keine Schweigepflicht hätte, könnte ich so einiges erzählen. Man erlebt jeden Tag neues, schönes und auch lustiges.“ dafür, dass bei einem freiwilli- gen sozia-len Engagement alle Beteiligten gewinnen – und das sehr wohl auf einer Mutter- Kind-Station.

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