piste Schwerin 10/2021
42 PISTE.DE Fotos: 1 adobestock BERUF & ZUKUNFT GENERATIONEN Y UND Z – VOLLER ERWARTUNG IN DIE BERUFSWELT In manchen Unternehmen arbeiten aktuell vier Generationen gleich- zeitig. Die Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlichen Al- ters kann dabei durchaus zu einer Herausforderung werden, da sie oft verschiedene Bedürfnisse und Erwartungen an einen Arbeit- geber haben sowie unterschied- lich mit sozialen und technischen Strukturen umgehen. „Dieser Mix aus Generationen bietet jedoch auch vielfältige Chancen für die Weiterentwicklung von Unterneh- men. Junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen neue Aspekte und Denkansätze mit in die Ar- beitswelt. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen sich dieser Si- tuation nur bewusst sein und eine Unternehmenskultur schaffen, die allen gerecht wird. So bleiben sie für Fachkräfte interessant und kön- nen daraus auch Wettbewerbsvor- teile generieren“, sagt Mike War- meling, Speaker und Erfolgstrainer aus Osnabrück sowie Gründer von Warmeling Consulting. Generati- onen Y und Z denken global und nachhaltig. Grob lassen sich die aktuellen Mitarbeiter in die Ge- nerationen Babyboomer (1946– 1965), X (1965–1979), Y oder auch Millennials genannt (1980– 1996) und Z (1997–2010) eintei- len. Die Jahreszahlen sind dabei als fließender Übergang zu be- trachten, doch die einzelnen Ge- nerationen sind durch ähnliche Er- eignisse in den wichtigen Jahren ihrer Kindheit und Jugend geprägt und zeichnen sich deshalb durch Wie Unternehmer mit jungen Mitarbeitern umgehen sollten eine ähnliche soziale Orientie- rung und Lebensauffassung aus. Im Moment stellt die Generation Y die Mehrheit der Arbeitskräfte dar. Millennials sind allgemein gese- hen in relativem Wohlstand und mit veränderten Kommunikationsmit- teln aufgewachsen. Sie wollen mit neuen Technologien arbeiten, sind mobiler als jede andere Genera- tion vor ihnen, denken global und nachhaltig, verlangen nach Mit- bestimmung am Arbeitsplatz und lehnen von oben herab gesteu- erte Unternehmensstrukturen meist ab. Für die Generation Z spielen einige dieser Trends eine noch größere Rolle. Sie nutzen neue Technologien von früher Kind- heit an, wuchsen in einer Ära von Start-ups sowie Crowdsourcing auf und sind sich der Bedeutung von Klimaschutz und Nachhal- tigkeit sehr bewusst. Gleichzei- tig legen die Generationen Y und Z sehr viel Wert auf Familie und Freizeit. „Unternehmen sollten sich auf diese Entwicklungen einstel- len, um Mitarbeiter zu rekrutieren – und zu halten sowie zu motivie- ren. Schließlich können sich heut- zutage viele Fachkräfte vorstellen, häufiger ihren Job zu wechseln“, weiß Warmeling. Moderne Tech- nik als Auswahlkriterium Für viele Menschen der Generationen Y und Z stellt die Technologie bei der Jobwahl ein wichtiges Kriterium dar. Laut der Studie „The Gen Z Effect“ wollen 80 Prozent mit Spit- zentechnologie arbeiten. Ebenfalls 80 Prozent glauben zudem, dass Automatisierung und Technologie eine gerechtere Arbeitsumgebung schaffen werden. „Solche Digita- lisierungsprozesse versprechen dabei auch Vorteile in der Pro- duktivität, der Erreichbarkeit sowie beim Zeitmanagement von Arbeit- nehmern. Für Unternehmen ist es durchaus ratsam, soziale und di- gitale Technologien in allen Berei- chen zu priorisieren – die Zukunft der Arbeitswelt baut schließlich auch auf Vernetzung auf“, sagt Warmeling und ergänzt: „Gleich- zeitig kann das digitale Arbeitsum- feld auch ablenken. Die Heraus- forderung für Unternehmen besteht in den nächsten Jahren also darin, ein Gleichgewicht zwischen Effi- zienz und Ablenkung durch mo- derne Technik zu schaffen.“ Feedback gewünscht Für Millen- nials und die Generation Z sind ebenfalls individuelle Entwick- lungsmöglichkeiten von zentraler Bedeutung. Ihnen schwebt häufig allerdings nicht der Aufstieg auf einer starren Karriereleiter vor – ein großes Büro, ein Dienstwagen oder ein Titel à la „Head of …“ ist ihnen weniger wichtig als noch Mitarbeitern aus vorherigen Ge- nerationen. Vielmehr wünschen sie sich ein offenes Ohr für ihre Anlie- gen.
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