piste 05 2020
BERUF & ZUKUNFT 024 PISTE.DE Daniel ist mit seinen Kolleginnen und Kollegen einer der ersten, der morgens im Schweriner Zoo aufschlägt. Nachdem die Neuigkeiten und Termine in den Revieren besprochen wurden geht es los: auf zu den Nashörnern! Zuerst wird geschaut, ob Karen, Kimba und Clara gut geschlafen haben und irgendetwas auffällig ist. Nach ein paar Streicheleinheiten heißt es dann auch schon Anlage kontrollieren und sauber machen, füttern und weiter. Denn Daniel hat noch andere Schützlinge, um die er sich kümmern muss. Im Laufe eines Arbeitsta- ges geht es einmal durch den ganzen Zoo, vom Tiger über die Bären, Wölfe, Rothunde und Damwild bis hin zu den Stachelschweinen, Kap- pengibbons und Helmkasuaren. Und wenn er einmal durch ist, dann ist es auch schon Zeit für das Abendessen der Tiere. Zwischendurch IN DER NÄCHSTEN AUSGABE STELLEN WIR DIE UNTERNEHMERINNEN RICARDA KLETZIN + ANJA ZACHOW VOR FOTO: ECKI RAFF TIERPFLEGER DANIEL HEESE VORGESTELLT immer den Spagat finden zwischen Zeitdruck, Tiertraining und Zuwen- dung. Und pünktlich zu den Schaufütterungen ist er wieder bei seinen Lieblingstieren den Nashörnern und informiert die wissbegierigen Besu- cher voller Enthusiasmus und Humor über die Eigenheiten der Zoobe- wohner. War dies schon immer sein Traum? Der 31-Jährige wollte eigentlich Tierarzt werden und so sollten die ersten Jahre im Schweriner Zoo nur die Wartesemester überbrücken. Aber dann ist er doch bei der Tierpflege geblieben. Man ist näher dran an den Tieren, kennt ihren Alltag und ihre Eigenheiten. Außerdem wird man meist freudig begrüßt, etwas was einem als Tierarzt leider meist verwehrt bleibt. Die Verant- wortung als Tierpfleger ist groß, die Ausbildung wichtig und umfang- reich. Jede kleinste Veränderung im Verhalten der Tiere kann ein Anzeichen für Krankheit sein. Anders als unsere Hauskatzen und Hunde, zeigen exotische Wildtiere ungern ihre Schwäche. Hier helfen Erfahrungswerte und die persönliche Bindung zum Tier. Ob er sich vor- stellen kann einer anderen Arbeit nachzugehen? Nein! Trotz der routi- nierten Abläufe wird es in diesem Arbeitsumfeld nie langweilig. Denn die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Neben den unzähligen Varianten des Tiertrainings und Enrichments werden auch eigene Ideen zur Ge- staltung der Lebensräume berücksichtigt. Tierpflegertreffen, Seminare und Fortbildungen sind wichtige Instrumente um sich mit Kollegen aus- zutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Am Ende von Daniels Arbeitstag werden noch ein paar Betthupferl verteilt. Und am nächsten Morgen wird er bereits sehnsüchtig von den kleinen und großen Zoobewohnern erwartet. Mehr über den Schweriner Zoo und Einblicke in das Arbeitsleben der Tierpfleger erfährst du unter https://www.zoo-schwerin.de/mein-zoo/aktuelles/zoo-campus/ (Fotos: Zoo Schwerin)
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzgyNTg=