Piste HRO Epaper 022021
© Fotos: HWK I Pexels/thisisenineering I Arge I Universität Rostock/Thomas Rahr [2] 034 PISTE.DE [txn] Seit Jahren drängen Schüler an die Hochschulen, immer weniger junge Leu- te entscheiden sich für einen Ausbil- dungsberuf. Es herrscht die Ansicht: Wer studiert, macht Karriere und verdient viel. Das gilt jedoch nur, wenn das Ein- kommen über das ganze Arbeitsleben hinweg betrachtet wird; Akademiker überholen im Schnitt erst mit 31 Jahren die ehemaligen Lehrlinge, in manchen Branchen dauert es sogar noch länger. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Stu- die der Vergütungsfachleute von Ge- halt.de. Zudem zweifelt laut dem Bun- desinstitut für Berufsbildung ein Drittel der Studierenden daran, dass sie ihr der- zeitiges Studium erfolgreich abschließen werden. Deshalb rät Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad allen Ab- iturienten dazu, sich so früh wie möglich mit dem Thema Zukunftsplanung aus- einanderzusetzen. „Es gibt heute viele Möglichkeiten durchzustarten - auch mit einer Berufsausbildung“, weiß die Ar- beitsmarktexpertin. Hinterher stehen vie- le Wege offen, außerdem locken attrak- tive Weiterbildungsmöglichkeiten, mit denen Fachkräfte die Gehaltsleiter auch schnell raufklettern. Der Meister des Handwerks etwa verdient im Schnitt während seiner Lebensarbeitszeit min- destens ebenso viel wie ein Bachelor-Ab- solvent. Gut zu wissen: mit einem dualen Studiengang gibt es sogar die Chance, im Beruf zu sein und einen akademi- schen Abschluss zu erreichen. Nirgend- wo sonst sind Theorie und Praxis so eng miteinander verzahnt. Davon profitieren Unternehmen ebenso wie Studierende. Um herauszufinden, welche Branche in- frage kommt und welcher Beruf der pas- sende ist, sollten Schüler zuerst ihre Stär- ken und Schwächen sowie Interessen gründlich analysieren. Dabei helfen Be- rufsberater der Arbeitsagenturen, aber auch Eltern und Freunde. PRAKTIKUM - DER ERSTE SCHRITT ZUR LEHRSTELLE [txn] Die eigenen Vorlieben und Bega- bungen in der Praxis testen, Berufsfelder und berufliche Anforderungen kennen- lernen - es gibt viele Gründe, die für ein Praktikum sprechen. „Es ist auch eine tolle Chance, um bei Unternehmen Ein- druck zu machen“, weiß Petra Timm , Sprecherin des Personaldienstleisters Randstad. Besonders im Handwerk ist der persönliche Eindruck entscheidend und ein mehrtägiges Praktikum nicht sel- ten Einstellungsvoraussetzung: „Die Be- triebe möchten wissen, wie schnell ein Bewerber begreift, wie praktisch er ver- anlagt und wie zuverlässig er ist“, so Pe- tra Timm . Welches Unternehmen in der Nähe ein Praktikum anbietet, lässt sich über die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer der jewei- ligen Region in Erfahrung bringen. Hilf- reich sind auch die Berufsberater der Agentur für Arbeit und Berufswahlmes- sen. Ist eine Firma ins Auge gefasst, führt der Weg über einen Anruf und die schriftliche Bewerbung - auch wenn ak- tuell kein Praktikumsplatz ausgeschrie- ben ist. Interessenten bringen ihre Unter- lagen am besten persönlich vorbei. Damit beweisen sie Engagement und haben den ersten Fuß in der Tür zum Ausbildungsplatz. N A C H D E R S C H U L E : STUDIUM ODER AUSBILDUNG?
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