Piste Rostock 02/2019

BERUF & ZUKUNFT [txn] Seit Jahren drängen Schüler an die Hochschulen, immer weniger junge Leute ent- scheiden sich für einen Ausbildungsberuf. Es herrscht die Ansicht: Wer studiert, macht Kar- riere und verdient viel. Das gilt jedoch nur, wenn das Einkommen über das ganze Ar- beitsleben hinweg betrachtet wird; Akademi- ker überholen im Schnitt erst mit 31 Jahren die ehemaligen Lehrlinge, in manchen Bran- chen dauert es sogar noch länger. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Ver- gütungsfachleute von Gehalt.de. Zudem zweifelt laut dem Bundesinstitut für Berufsbil- dung ein Drittel der Studierenden daran, dass sie ihr derzeitiges Studium erfolgreich abschließen werden. Deshalb rät Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad allen Ab- iturienten dazu, sich so früh wie möglich mit dem Thema Zukunftsplanung auseinander zu setzen. „Es gibt heute viele Möglichkeiten durchzustarten - auch mit einer Berufsausbil- dung“, weiß die Arbeitsmarktexpertin. Hin- terher stehen viele Wege offen, außerdem locken attraktive Weiterbildungsmöglichkei- ten, mit denen Fachkräfte die Gehaltsleiter auch schnell raufklettern. Der Meister des Handwerks etwa verdient im Schnitt während seiner Lebensarbeitszeit mindestens ebenso viel wie ein Bachelor-Absolvent. Gut zu wis- sen: Mit einem dualen Studiengang gibt es sogar die Chance, im Beruf zu sein und ei- nen akademischen Abschluss zu erreichen. Nirgendwo sonst sind Theorie und Praxis so eng miteinander verzahnt. Davon profitieren Unternehmen ebenso wie Studierende. Um herauszufinden, welche Branche infrage kommt und welcher Beruf der passende ist, sollten Schüler zuerst ihre Stärken und Schwächen sowie Interessen gründlich analy- sieren. Dabei helfen Berufsberater der Ar- beitsagenturen, aber auch Eltern und Freun- de. PRAKTIKUM - DER ERSTE SCHRITT ZUR LEHRSTELLE [txn] Die eigenen Vorlieben und Begabungen in der Praxis testen, Berufsfelder und berufli- che Anforderungen kennen lernen - es gibt viele Gründe, die für ein Praktikum sprechen. „Es ist auch eine tolle Chance, um bei Unter- nehmen Eindruck zu machen“, weiß Petra Timm, Sprecherin des Personaldienstleisters Randstad. Besonders im Handwerk ist der persönliche Eindruck entscheidend und ein mehrtägiges Praktikum nicht selten Einstel- lungsvoraussetzung: „Die Betriebe möchten wissen, wie schnell ein Bewerber begreift, wie praktisch er veranlagt und wie zuverläs- sig er ist“, so Petra Timm. Welches Unterneh- men in der Nähe ein Praktikum anbietet, lässt sich über die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer der jeweiligen Region in Erfahrung bringen. Hilfreich sind auch die Berufsberater der Agentur für Arbeit und Berufswahlmessen. Ist eine Firma ins Au- ge gefasst, führt der Weg über einen Anruf und die schriftliche Bewerbung - auch wenn aktuell kein Praktikumsplatz ausgeschrieben ist. Interessenten bringen ihre Unterlagen am besten persönlich vorbei. Damit beweisen sie Engagement und haben den ersten Fuß in der Tür zum Ausbildungsplatz. WAS BEI DER BEWERBUNG WICHTIG IST [txn] Eine Bewerbung bedeutet immer auch Werbung in eigener Sache. Es gilt, den po- tenziellen Ausbildungsbetrieb von den eige- nen Kompetenzen, der tatsächlichen Lei- stungsmotivation und der Persönlichkeit eindrucksvoll zu überzeugen. Hierzu gehö- ren passende Bewerbungsunterlagen, die in- dividuell für die jeweilige Lehrstelle ausgear- beitet werden sollten. Vor allem drei Dinge sind laut Petra Timm, Sprecherin des Perso- naldienstleisters Randstad, zu beherzigen: Die Bewerbung sollte vollständig, ordentlich und übersichtlich sein, um mit ihr zu punkten. Deshalb sind Flecken, Knicke und Risse zu vermeiden. Auch „Loseblattsammlungen“ kommen nicht gut an. Empfehlenswert sind Klemmmappen bzw. für die Online-Bewer- bung die Zusammenfassung in einer PDF-Da- tei. Darin enthalten sind dann das Anschrei- ben, der Lebenslauf, das Schulzeugnis und Nachweise über absolvierte Praktika oder ehrenamtliches Engagement. NACH DER SCHULE: STUDIUM ODER AUSBILDUNG? ©Fotos:Pexels [3] IArchiv 020 PISTE.DE

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