piste Lübeck 02/2022

FRANZISKA RAABE BERUFSWAHL STATT BERUFSQUAL 1 036 JOB & ZUKUNFT | PISTE.DE JOB & ZUKUNFT Fotos: 1 Daniela Fotografie | 2 Wayhome Studio - stock.adobe.com „Dir fehlt in Deinem Alter noch die Erfahrung.“ „Komm in ein paar Jahren wieder, wenn Du älter bist.“ Autsch! Wer frisch den Ausbildungs- Uni- oder Schulabschluss in der Tasche hat und sich hochmotiviert auf eine Stelle bewirbt, wird einen dieser Sätze mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit schon mal gehört haben. Denn Tatsache ist: Erfah- rung wird gerade in der Berufswelt gerne mit Alter gleichgesetzt. Wie schade – und was für eine verpasste Chance. Vor allem für das Unternehmen! Denn welche Erfahrungen ein Mensch wäh- rend seines Lebens sammelt, ist individuell, einzigartig und viel- fältig. Jemanden von vorneherein wegen des Alters für eine Position nicht in Betracht zu ziehen, ist also nicht nur fragwür- dig, sondern auch diskriminierend. Und das gilt übrigens in beide Richtungen! Denn oft genug werden Bewerbungen älterer ebenso aussortiert, wenn es um die Besetzung einer Stelle geht. Das Zauberwort lautet hier – wieder einmal – VIELFALT. Der frische Blick auf Ideen, eine besondere Kreativität, Führungs- stärke sind persönliche Eigenschaften, die unabhängig jeden Alters mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können. Dass wir bei KEY2BE.ME statt gängige Rollenbilder lieber die Vielfalt in allen Richtungen unterstützen, ist besonders in den letzten Monaten sichtbar geworden. Wir sprechen mit KFZ-La- ckiererinnen genauso wie mit E-Sportlern; treffen Krankenpfle- ger und Programmierinnen. Denn wenn wir mit Menschen ins Gespräch kommen, die die Vielfalt in sich tragen, erkennen wir auch die Chancen, die eben diese Vielfalt uns allen als Gesell- schaft gibt. Ob alt oder jung, Frau oder Mann, divers oder inklusiv – stellt sich ein Unternehmen vielfältig auf und nutzt die Diversität der Mitarbeitenden, hat das IMMER einen positiven Einfluss auf innovative und kreative Lösungen. Aus diesem Grund ist KEY2BE.ME auch Teil der „Charta der Vielfalt“: Wir setzen uns für Diversität in der Arbeitswelt ein und feiern gemeinsam mit Euch am 31. Mai den „10 Jahre Diversity-Tag“. Damit wir die #FlaggeFürVielfalt hissen können, brauchen wir jetzt Euren Einsatz! Schickt uns Eure Erfahrungen und Meinungen über Vielfalt in der Berufswelt auf Instagram unter KEY2BE.ME_community oder schreibt uns eine Mail an Franziska@key2be.me MEIN CHEF ICH UND DIE ARBEIT TECHTELMECHTEL AM ARBEITSPLATZ YAY ODER NEE? Arbeitsrecht alltäglich Jede zehnte Ehe, so heißt es, soll am Arbeitsplatz entstanden sein. Kein Wunder, schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit bei der Arbeit. Hat der Chef da eigentlich ein Wörtchen mitzureden? Ob wir den süßen Typen vom Emp- fang oder die nette Kollegin an Kasse 1 jetzt toll finden oder nicht, geht den Chef gar nichts an. Wenn beide mit einer Beziehung einver- standen sind, dann ist alles super. Schluss mit der Diskussion. Naja, nicht ganz. In Deutschland hat der Arbeitgeber lediglich Anrecht darauf, die Loyalität und die Arbeitskraft des Arbeitnehmers zur bekommen. Privatangelegenhei- ten bleiben Privatangelegenheiten. Und eine Beziehung ist in der Regel ziemlich privat. Den Chef hat es allenfalls dann zu interessieren, wenn die Arbeitsleistung unter der Beziehung leidet, einer oder beide Mitarbeiter also nicht mehr so saubere Arbeit abliefern. Dann geht ihn das Ganze wohl etwas an. Er kann die Beziehung zwar als sol- che nicht untersagen (egal, was die Firmenphilosophie vorschreibt), aber er kann von den Mitarbeitern verlangen, dass sie Arbeit und Pri- vatleben trennen – keine Extra-Pau- sen im Lagerraum, kein Missbrauch der internen Mails. Relevant wird das Ganze lediglich, wenn die Beziehung einseitig ist und ein Machtgefälle ausgenutzt werden könnte – Klischeefall: Der Chef lässt seine Macht spielen, um die Azubine herumzukriegen. Dann hat der Arbeitgeber eine Fürsorge- pflicht den Angestellten gegenüber. Auch sollte aufgepasst werden, dass der eigene Partner auf Arbeit nicht bevorteilt (oder nach einer Trennung benachteiligt) wird. Ansonsten: Macht, was euch guttut. 2

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