piste Lübeck 09/2020
034 PISTE.DE FRANZISKA RAABE BERUFSWAHL STATT BERUFSQUAL 1 Gibt es wirklich weniger Chancen sich zu ent- scheiden? … viele Praktika werden abgesagt. Vielleicht gehörst du aber zu den Glücklichen, die sich im Praktikum ausprobieren dürfen. Damit du in beiden Fällen auf deinem Weg in die Zukunft vorankommst, habe ich heute 2 Tipps für dich. 2 Tipps auf deinem Entscheidungsweg – mit und ohne Praktikum: MIT PRAKTIKUM: Herzlichen Glückwunsch! Dir stehen viele Ohren offen. Damit du nach dem Praktikum sagen kannst „Ja das ist es“ oder auch „Nein, ich suche weiter“, brauchst du vor allem Informationen und Erlebnisse. Bereite dich daher vor: Lege fest, was du ausprobieren möchtest. Schreibe dir Fragen auf und besprich deine Ziele im Unternehmen. Interessant ist vielleicht zu erfahren, ob sich die Aufgaben im Verlauf des Jah- res ändern? Da du nur einen kleinen Ausschnitt an Aufgaben sehen wirst, frage z.B. was die Lieblingsaufgaben sind oder wie ein toller und wie ein anstrengender Tag aussieht. Was wird im Team erwartet – was macht eine gute Zusammenarbeit aus? OHNE PRAKTIKUM: Für alle ohne Praktikumsplatz: Ärger dich nicht, sondern nutze die technischen Möglichkeiten für dich. Falls du schon mit einem bestimmten Unternehmen in Kontakt warst, versuche dort mit den Auszubildenden zu sprechen. Das gelingt dir am besten über die Personalabteilung. Triff dich mit ihnen einfach online. Stelle deine Fragen (wie oben) und komme mit ihnen ins Gespräch über die Stimmung im Team. Gibt es Menschen, die in dieser besonderen Zeit „den Laden am Laufen halten“ und gute Stimmung verbreiten? Vielleicht kannst du auch mit anderen Mitarbeitenden sprechen. Trau dich und frag einfach. Wenn du jemanden kennenlernst, der dich begeistert mit sei- ner/ihrer Art, jemand der wirklich liebt was er/sie tut, dann empfiehl ihn/sie gern weiter, um auch andere in 60 Sekunden zu inspirieren: www.KEY2BE.ME In jedem Fall wünsche ich dir viel Spannendes und Inspirieren- des auf deiner Reise zum nächsten Schritt. JOB & ZUKUNFT | RATGEBER Fotos: 1 Daniela Fotografie | 2 Vasyl - stock.adobe.com MEIN CHEF ICH UND DIE ARBEIT BESSER ALS KELLNERN: WERKSTUDENT Arbeitsrecht alltäglich Als Studierender arbeiten gehen – das gehört für viele einfach dazu. Eine ideale Kombination ist es, als Werkstudent nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch für den künftigen Beruf Erfahrungen zu sammeln. Werkstudenten arbeiten neben ihrem Studium. So weit, so unorigi- nell. Aber im Gegensatz zu ihren jobbenden Kommilitonen, die kell- nern oder Pizza ausfahren, sind Werkstudenten eher in einem Beruf tätig, der in Richtung dessen geht, was sie in Zukunft sowieso machen möchten. Der Vorteil: Man lernt das künftige Berufsfeld von der prakti- schen Seite kennen, lernt strate- gisch zu denken und Projekte zu managen. Man könnte es als Prak- tikum Plus bezeichnen. Das Werkstudentenprivileg sorgt dafür, dass verschiedene Lohnne- benkosten wegfallen, man bekommt also mehr Brutto vom Netto – das ist auch für Arbeitgeber attraktiv, denn sie können einige Kosten ein- sparen, wenn sie Werkstudenten einstellen. Natürlich gibt es einige Vorausset- zungen, um Missbrauch vorzubeu- gen: Die Studierenden müssen in einem Vollzeitstudium eingeschrie- ben sein und dürfen während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten – das ist in der Regel eine Halbtagsstelle. Werkstudenten bekommen wenigs- tens den Mindestlohn, häufig sind sie, da sie anspruchsvollere Arbei- ten verrichten, auch zu höheren Stundenlöhnen angestellt. Aller- dings können mit steigendem Lohn auch einige zusätzliche Abgaben fällig werden, so dass man sich das gut durchrechnen muss – knapp 1 000 Euro lassen sich derzeit als Werkstudent verdienen, ohne dass Lohnsteuer fällig wird./gg 2
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MzQxODIw