piste Lübeck 06/2020

028 PISTE.DE FRANZISKA RAABE BERUFSWAHL STATT BERUFSQUAL 1 Hackathon – Netzwerken macht Sinn. In Kri- senzeiten rücken die Menschen zusammen. Nach meinem Schwärmen in der letzten Aus- gabe über die Kraft von Netzwerken, möchte ich heute gern Fragen an dich geben. Du bist jetzt fertig mit der Schule, mit der Ausbildung, dem Studium, dem FSJ…? Was kommt jetzt als nächstes für Dich? Wurde Dein Ausbildungsplatz nicht angeboten? Wird Dein geplantes Studium nicht so angeboten, wie Du dachtest? Kannst Du den Jobeinstieg machen? Bei den mehr oder weniger gut genutzten Vorteilen der virtu- ellen Zusammenarbeit wird in den Schulen bald versucht wer- den, viel Lernstoff aufzuholen. Vielleicht gelangen dabei lang- fristige wichtige Ziele aus dem Blick? Viele junge Menschen fragen sich in der aktuellen Situation, wie es genau weiter geht. Gehörst Du dazu? Welche Leute brauchst Du in Deinem Netzwerk, damit Du für den nächsten Schritt auf Deinem Berufsweg gewappnet bist? Welche Informationen fehlen Dir? Würde Dir ein Experte für Dein gewünschtes Fachgebiet helfen Dir Fragen zu beantwor- ten? Oder jemand, der Dir hilft herauszufinden, was Du gut kannst? Oder möchtest Du gerne mal wissen, warum eigent- lich manche Menschen leidenschaftlich gerne ihren Beruf machen? Hast Du schon 3 Ideen für Berufsrichtungen? Hast Du einen Plan A und B? Was brauchst Du jetzt, damit Du diesen Stand erreichen kannst? Um auf alle diese Themen Antworten zu finden, sind Netz- werke sehr hilfreich: Menschen, die etwas wissen und können, das Dir weiterhelfen kann und denen Du weiter helfen kannst. Erzähl mir, wo Du gerade stehst und was Du jetzt brauchst. Warum? Da in absehbarer Zeit keine BarCamps (siehe Piste 07/2019, S.42) stattfinden können, arbeiten wir derzeit ehrenamtlich in einem wachsenden Team daran eine App zu erstellen, die Dir genau bei Deinen Herausforde- rungen helfen kann. Sehr gerne möchten wir Dir genau das bereitstellen, was Du brauchst. Hier geht´s zur Befragung: Fotos: 1 Daniela Fotografie | stock.adobe.com: 2 Syda Productions, 3 Blue Planet Studio, 4 JackF JOB & ZUKUNFT | RATGEBER MEIN CHEF ICH UND DIE ARBEIT KANN MEIN CHEF BETRIEBSFERIEN ANORDNEN? Arbeitsrecht alltäglich Die Auftragslage ist derzeit nicht so dolle oder es ist einfach Tradition: Kann der Arbeitgeber einfach so „Geschlossen“ in die Tür hängen und die Mitarbeiter in den Urlaub schicken? In vielen Betrieben gibt es sie seit ewigen Zeiten: In den Betriebsfe- rien ruht im gesamten Unternehmen die Arbeit. Das ist in saisonalen Betrieben oft so, aber auch bei- spielsweise in Praxen, wenn der Arzt selbst im Urlaub ist. Kann also auch in anderen Betrieben jetzt der Urlaub vorgezogen werden, weil ja gerade nicht viel zu tun ist? So einfach geht das nicht: Es ist zwar nicht im Gesetz festgelegt, aber es gilt der Grundsatz, dass der Urlaub in „angemessener Zeit“ vorab zu planen ist. Arbeitsrechtler sagen, dass das mindestens ein halbes Jahr im Voraus ist. Zumindest vor der Jahresurlaubsplanung sollte der Betriebsurlaub schon feststehen. Immerhin ist für den eigenen Urlaub ja einiges zu planen – oder es sind Zeiten zu überbrücken, wenn bei- spielsweise die Kinderbetreuung zu anderen Zeiten pausiert als der eigene Urlaub. Außerdem darf der Arbeitgeber nicht den gesamten Jahresurlaub als Betriebsferien ansetzen. Die Mitarbeiter müssen noch genug Urlaubstage zur eige- nen Gestaltung haben. Hier hat sich ein Zeitraum von etwa zwei Wochen eingebürgert. Schließlich dürfen Betriebsferien nicht einfach so verordnet werden, sondern es müssen „dringende betriebliche Belange“ dahinter ste- hen. Nur weil der Chef seine Mitar- beiter während seines eigenen Urlaubs nicht allein lassen will, kann er sie nicht alle in die Ferien schicken. Einfach so „Geschlossen“ reicht also nicht im Fenster. 2

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