piste Lübeck 11/2019

036 PISTE.DE Fotos: 1 daniela-fotografie.de| 2 nyul - stock.adobe.com Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Vor dir hat bereits jemand anderes an deiner Schule herausgefunden, wie man sich heutzutage richtig bewirbt; wo man in Lübeck oder auch außerhalb spannende Praktikumsplätze findet; was dich bei einem Vorstellungsgespräch erwartet oder was genau der Unterschied zwischen Universität und Hochschule ist. Doch im Schulalltag bleibt oft wenig Zeit für intensiven, jahrgangsübergreifen- den Austausch. Beim Entdecken spannender erster und zweiter Schritte auf dem Weg zum Praktikums-/Ausbildungs- oder Studienplatz nutzten die Schülerinnen und Schüler der Baltic-Schule den Informationsaus- tausch im BarCamp. Hier konnten sie Wissen und Erfahrungen austauschen, Methoden erproben, Themen voranbringen, über aktuelle Entwicklungen diskutieren und Gleichgesinnte kennenlernen. Wie lief das BarCamp genau ab? VORSTELLUNG: Nach der Begrüßung und noch vor der Tagespla- nung wurde sich kurz vorgestellt. So fand man schon zu Beginn Gleichgesinnte mit ähnlichen oder spannenden Stichwörtern (Hashtags). Weil unter den Namensschildern auch jeweils die drei Hashtags stehen, konnte man im Tagesverlauf gezielter miteinan- der ins Gespräch kommen. VERNETZUNG: Bei diesem BarCamp stand der Austausch zwischen drei Jahrgängen im Vordergrund, um das Rad nicht neu zu erfinden. Dabei ist es egal, wer von wem lernt. Klassenstufen waren unwichtig, da es in den Sessions um das jeweilige Thema und die Vernetzung miteinander ging. Was genau ist eine Session? Sie ist Teil des gemeinsam erarbeite- ten Tagesplans und wird von dir allein oder von mehreren Schüle- rInnen selbst vorgeschlagen und durchgeführt. Am BarCamp-Tag der Baltic-Schule gab es 18 Sessions, die nach eigenem Interesse besucht werden konnten. Meist ist eine Session kein Vortrag, son- dern eher eine Diskussionsrunde. Du kannst z. B.: 1.) einen Kurz- vortrag halten, der dann diskutiert wird; 2.) gemeinsam eine Lösung für ein/e Problem/Fragestellung erarbeiten; 3.) gemein- sam Methoden oder digitale Werkzeuge ausprobieren; 4.) per Videoanruf mit ExpertInnen zu einem bestimmten Thema diskutie- ren; 5.) ein interessantes Projekt/Vorhaben vorstellen und dir Mei- nungen dazu einholen. In der nächsten Ausgabe erfährst du, was neben den Sessions auf dem BarCamp sonst noch los war. JOB & ZUKUNFT | RATGEBER FRANZISKA RAABE BERUFSWAHL STATT BERUFSQUAL MEIN CHEF ICH UND DIE ARBEIT MUSS ICH MEINEN URLAUB STÜCKELN? Arbeitsrecht alltäglich Die Urlaubsplanung steht in vielen Firmen an. Kann mein Chef von mir verlangen, dass ich meinen Urlaub über das Jahr verteile oder steht mir eine längere Erholungspause zu? Momentan werden in vielen Firmen die Urlaubspläne für das kom- mende Jahr geschrieben – und dabei kommt es immer wieder zu ähnlichen Fragen. Eine der wich- tigsten aus der Sicht der Beschäftig- ten: Steht mir ein längerer Urlaub am Stück zu? Das Bundesurlaubsgesetz ist da relativ eindeutig: Da der Jahresur- laub Erholungscharakter haben soll und der in einer Woche noch nicht eintritt, muss der Chef in der Regel zwei Wochen (zwölf Werktage bei einer Sechs-Tage-Woche) am Stück Urlaub gewähren. Einschränkung: Wenn es dringende betriebliche Gründe gibt, dann kann von dieser Zwei-Wochen-Regel abgewichen werden. Das sollten dann aber auch wirklich gewichtige Gründe sein – „So viel Urlaub am Stück gibt‘s bei mir nicht“ gilt da nicht. Einen Anspruch darauf, seinen gesamten Jahresurlaub am Stück zu nehmen, hat der Beschäftigte also nicht. Wenn es aber notwendig sein sollte, dass ein längerer Urlaub am Stück genommen wird – bei- spielsweise, weil eine Fernreise ansteht oder man sein Haus gründ- lich renovieren möchte – dann sollte das im beiderseitigen Inter- esse möglichst frühzeitig bespro- chen werden. Schließlich muss das mit den Urlaubsansprüchen der anderen Mitarbeiter vereinbar sein. Hier gilt wie immer: Je mehr man miteinander spricht, umso einfacher lassen sich auch Sonderwünsche vereinbaren. Das bringt oft mehr, als auf seinem Recht zu beharren. 2 1

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