piste Lübeck 04/2019

048 PISTE.DE JOB & ZUKUNFT | PRAKTIKUM Fotos: ppe | stock.adobe.com: 1 Syda Productions, 2 voyata PRAKTIKUM – FREMDE LUFT SCHNUPPERN Kaffee kochen. Kopieren. Stumpfsinnige Arbeit machen. Wer so ein Praktikum hinter sich gebracht hat, findet die Idee nicht so toll. Die meisten Praktika bieten aber für alle Seiten richtigen Gewinn: Die Praktikanten lernen Berufsfelder ken- nen, die sie sonst nicht auf dem Zettel haben oder sie lernen ihren Traumberuf einmal von der Alltags-Seite kennen. Die einen können sich dann auf einmal vorstellen, in einem Beruf zu arbeiten, den sie vorher noch nicht einmal dem Namen nach kannten. Die anderen haben dann realistische Vorstellungen davon, was sie in ihrem Beruf so erwartet. Und mit diesem Wissen kann man eine Berufswahl viel informierter treffen. Aber auch für Arbeitgeber sind Praktikanten sinnvoll: Sie können zukünfige Mitarbeiter schon einmal kennen lernen und wissen, wo Hierher gekommen bin ich, als ich Petra vom Piste Team in Timmendorf bei „Stars am Strand“ getroffen habe und wir am Ende des Abends auf der Bühne mit Felix Jaehn gelandet sind. Fotos sind voll mein Ding, jedoch war ich noch nie der Typ für Bedienungsanleitungen oder elendig lange Tutorials, deshalb verstehe ich mich heute auch nur so gut mit meiner Kamera, weil ich immer einfach drauf los geknipst habe. Bei der Grafik funktioniert das aber leider nicht so ganz und ich habe gelernt, dass es mehr Shortcuts, als Wörter in der deutschen Sprache gibt. Total verrückt! Aber mit Hilfe von einigen Tipps und Tricks verbinde ich Photoshop jetzt nicht mehr nur noch mit totaler Verzweiflung. Nun wurden Photoshop und ich also gerade sowas wie Freunde, da hieß es plötzlich: „Ey, wir fahren nach Hamburg zu David Garrett“ – wie schade aber auch ;) Und während meine Klassenkameraden fleißig Kaffee kochen, darf ich ein- fach schnell einen Weltstar interviewen. Nicht nur die Abwechslung in der Branche zeigt mir, dass ich genau da später hinwill, sondern auch die kreativen Köpfe, die für jeden Spaß zu haben sind. Gesprächsthemen wie Memes sind hier so alltäglich wie es in anderen Firmen das Lästern über den Kollegen ist und bei jedem Bild, was geschossen wird, sollte man befürchten, dass ein GIF draus entsteht.Jetzt aber genug geschnackt so viel will ja sowieso niemand über den Praktikanten wissen. Danke auf jeden Fall an das Piste Team für die geile Zeit! ihre Stärken und Schwächen sind, welche Arbeiten ihnen leicht von der Hand gehen und was verbessert werden kann. Das Gute an Praktika ist außerdem, dass sie bewusst unverbindlich gehalten sind: So lassen sich beide Seiten schneller auf- einander ein und entdecken dabei Dinge, die sie vielleicht vorher nicht gesucht haben. Was bei aller Unverbindlichkeit aber nicht ver- gessen werden sollte: Es ist ernsthafte Arbeit. Wer ein Praktikum mit Urlaub verwechselt, han- delt genauso fahrlässig, wie der Arbeitgeber, der Praktikanten als billige Hilfskräfte missversteht. Wenn sich beide gut vorbe- reiten, die einen lernen wollen und die anderen sich die Zeit nehmen, dann kann ein Praktikum eine sinnvolle Sache sein, von der viele Seiten profitieren. „Praktikum“ hat derzeit keinen guten Ruf. Die einen verbinden damit die Erinnerung an Pflichtveranstaltungen in der Schule, die anderen prekäre Arbeits- verhältnisse ohne Anstellung und vernünftigen Lohn. Dabei ist das Praktium besser als sein Ruf. Nirgendwo sonst kann man so schnell in so unterschiedliche Berufsbilder hineinschauen und den Alltag kennen lernen. Man kann dabei seine Entscheidung finden – und oft wird aus einem Praktikum ein Job. Moin! Die da bin ich, Caro, die Praktikantin der Piste der letzten zwei Wochen und gelandet bin ich hier eigentlich nur durch einen lustigen Zufall. Was mich danach erwartet hat, war eine verrückte Mischung aus Memes, Weltstars und Schreibtischarbeit. Praktika sind dann gut, wenn beide Seiten sich gut vorbereiten. Wenn die einen lernen wollen und die anderen sich die Zeit nehmen, profitieren am Ende alle. immer die Praktikanten! 1 2

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