piste Lübeck 02/2019

PISTE.DE 01 9 FRÜHJAHRSPUTZ | LIFESTYLE Nicht erst seit Anfang des Jahres, seit Marie Kondo bei Netflix eine Serie hat, ist es das große Thema in den Lifestyle-Seiten und in der Rat- geber-Literatur: Ausmisten, wegge- ben, den eigenen Haushalt und damit auch das eigene Leben klarer gestalten. Denn – das haben die meisten festgestellt, die die große Aufräum-Aktion hinter sich gebracht haben – wenn man sich von Über- flüssigem trennt, kann man sich viel besser darauf konzentrieren, was man hat und man kann klarer sagen, was man noch für das Leben benötigt. Was das im einzel- nen ist, hängt natür- lich vom Einzelnen ab und so ein Aus- sortieren kann einem auch eine Menge über sich selber sagen. Zum Beispiel: Was bin ich für ein Sam- meltyp? Da gibt‘s vier Stück: Den Emotionalen, der viele Erinnerungs- stücke mit sich herumschleppt und den Dynamischen, bei dem sich allerhand ansammelt, was mit Hob- bys zu tun hat. Außerdem ist da der Praktische, der sich schlecht von Nützlichem trennen kann und der Genügsame, der wenige, dafür aber teure Dinge besitzt. Wenn man sich klar ist, zu welcher Kate- gorie man gehört, kann man daran gehen, die eigene Habe in „Behal- ten“ und „Weggeben“ aufzuteilen. Auch das berühmte „kreative Chaos“ ist in der Regel nur eine Ausrede von denjenigen, denen andere Dinge wichtig sind, als Ordnung zu schaffen. Experten sagen: Es macht gerade kreativ, sich vom Chaos zu befreien. Weil man sich dabei selbst hinterfragt und bei jedem Ding eine bewusste Entscheidung herbeiführt. Die „krea- tiven Chaoten“ schieben diese Ent- scheidung nämlich viel zu gern auf die lange Bank. Wer einmal mit dem Entrümpeln angefangen hat, erfährt, dass das Weniger an Sachen frei, kreativ und flexibel macht. Alle die Dinge, von denen man gedacht hat, dass man sie vermissen wird – an die denkt man plötzlich gar nicht mehr und sie fehlen auch nicht. Und man schätzt die wenigen Dinge viel mehr – und kauft auch bewusster ein. Denn man erinnert sich auch an den Kraftakt des Aufräumens – und will sich nicht wieder belasten. Man fragt sich viel öfter: Brauche ich das wirklich? Dabei lebt man bewusster. Es ist manchmal schwer, sich von liebgewordenen Dingen zu trennen. Aber wenn sie weder einen hohen Erinnerungswert besitzen, noch nützlich sind, dann sollte man sich von ihnen freisprechen. Manche Experten empfehlen dann auch, das auszusprechen: „Lieber Pulli. Du hast mich warmgehalten. Das war schön. Und jetzt darfst du jemandem anderen Wärme geben.“ Mit dieser symbolischen Geste kann man auch die emotio- nale Trennung von Gegenständen überwinden. WAS BRAUCHE ICH WIRKLICH? WAS MAN BEHÄLT, HAT EINE ANDERE QUALITÄT

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