piste Lübeck 11/2017
PORTRAIT 010 PISTE.DE in St. Petri aktiv: „Nachts um eins von den Petrivisionen kommen und morgens um sechs mit den Küstern den Erntedankgottesdienst vorberei- ten“, so beschreibt er diese Doppel- aufgabe. Aber er sah sich eher als Stadtpastor: „Ich hatte immer nicht nur meine christliche Gemeinde, ich sehe das als öffentliche Aufgabe.“ Und von all den Menschen, die die Marienkirche besuchten, gab es für ihn eine Menge zu lernen. Wenn er jetzt in St. Petri Kunst, Kultur und Kirche zusammenbringt, dann kommen für ihn diese Kult-Or- te zu neuer Bedeutung. Hier erlebt er an der Universitätskirche, die St. Petri auch ist, den Austausch mit Geistesgrößen und jungen Men- schen: „Ich bereite gerade einen Abend über das Sterben im Novem- ber vor – mit Medizinstudenten und Musikhochschülern.“ „Ich möchte nicht immer die selben Sachen mit im- mer den selben Leuten machen“, fasst er seinen Antrieb zusammen. Und für die nächsten zehn Jahre an dieser Stelle hat er „genügend verrückte Ideen“. Und die großen Fragen, die ihn schon früher beschäftigten, kann er immer neu und mit ganz vielen Menschen angehen. Es seien die großen Fragen gewe- sen, die ihn zum Theologiestudium gebracht hätten, erzählt Bernd Schwarze und nicht das Bild eines Gemeindepastors. Natürlich habe er im Vikariat auch den Alltag im Leben eines Pastors mitbekommen – mit Konfirmandenfreizeit und Seni- orenkaffee. Außerdem konnte er in Timmendorfer Strand „gleich nach dem Gottesdienst ins Meer sprin- gen.“ Wichtiger für ihn war aber die Universität: Fünf Jahre lang war er nach Studium und Vikariat Hoch- schulassistent und das hätte er sich gut weiter vorstellen können. Doch dann kam ein Anruf aus sei- ner alten Heimat Lübeck. An der wieder aufgebauten St.-Petri-Kirche sei eine Projektstelle frei. Und da kam die andere Faszination von Bernd Schwarze zum Tragen: die spektakulären Räume, wie es die Kirchen in Lübeck sind, zum Leben zu erwecken. „Ich habe einen Sinn für das Gestalten und das Sinnliche von Räumen“, sagt er von sich selbst. Dass aus dieser Projektstelle für eine Weile so eine lange Zeit würde, war damals nicht klar. Er wurde dann doch Gemeindepastor: In St. Ma- rien übernahm er eine Stelle, blieb aber weiter Musiker, Redner, Prediger, Lehrer – es sind viele Talente, aber es ist ein Pastor. Kultur hat für ihn viele Formen. Redner, als Prediger, als Organisator und manch- mal auch als Musiker. Er sieht sich als Pastor für die ganze Stadt und hat noch Ideen für mindestens zehn Jahre an St. Petri. Wer in Lübeck studiert, wird ihn kennen – denn bei der Immatrikulationsfeier in St. Petri hat Bernd Schwarze eine zentrale Rolle. Und auch sonst ist er in der Kulturszene der Stadt ein gefragter Mann: Als EIN PASTOR FÜR ALLE DR. BERND SCHWARZE: OHNE EIGENE UND GERADE DESHALB MIT EINER GROSSEN GEMEINDE Inhalt enthält Werbung | Fotos: gg, Thorsten Biet, shutterstock
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