piste Hamburg 04/2020

CITY NEWS 004 PISTE.DE Musikclubs üben einen bedeutenden Einfluss auf die Kultur einer Stadt aus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erlebbarkeit und Progressivität. Hamburg profitiert von sei- ner lebendigen und vielseitigen Musik- club-Szene, die es zu schützen und zu fördern gilt. Die gemeinnützige „Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg“, kurz Club- stiftung, wurde im Jahr 2010 gemeinsam mit der Stadt Hamburg und dem Clubkombinat Hamburg e.V. ins Leben gerufen, um die musi- kalische Attraktivität der Stadt zu sichern und für sinnvolle Investitionen die Liquidität zur Verfügung zu stellen. Stifterin ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Ziel der Stiftung ist es, mit Fördermodellen die erheblichen Kosten für Hamburger Musikclubs abzumildern. Als die Corona-Pandemie Mitte März die Hamburger Clublandschaft abrupt stoppte, reagierten das Clubkombinat Hamburg und die Clubstiftung umgehend: Zur Rettung der notleidenden Live-Clubs und VeranstalterIn- nen wurde die Kampagne S.O.S. – Save Our Sounds ins Leben gerufen. Weitere Unterstüt- zung gibt es nun von der Freien und Hanse- stadt Hamburg, die über die Behörde für Kul- tur und Medien 1,5 Millionen Euro Soforthilfe für Hamburgs Musikclubs zur Verfügung stellt. Die staatliche Förderung sind das Ergebnis einer Bedarfsschätzung der Stiftung zur Stär- kung privater Musikbühnen Hamburg, kurz- Clubstiftung. Die Soforthilfe soll den Musik- clubs ermöglichen, trotz der anhaltenden Schließungen die laufenden Kosten wie Miete, Strom und Auslagen für Kurzarbeitergeld bezahlen zu können. Zur Abwicklung des Pro- gramms wurde ein Verfahren entwickelt, das- schnelle und unbürokratische Hilfe ermöglicht. clubkombinat.de S.O.S. – SAVE OUR SOUNDS DER DUSCHBUS FÜR OBDACHLOSE Auf der Straße zu leben bedeutet, zu überleben. Man muss klarkommen mit Kälte, Hunger und Geldsorgen. Der erste Hamburger Duschbus für Obdachlose fährt dorthin, wo gerade Duschen gebraucht werden. Vor Ort erhalten die Obdachlosen neben einem Handtuch alle nötigen Pfle- geprodukte sowie frische Unterwäsche. Das Feedback der Gäste ist durchweg positiv. Vor allem das Vorzelt wird als sehr wichtig empfunden. Es bietet neben einem Schutz vor Witterungen auch Raum zum Ankom- men und für Gespräche. Ein entscheidendes Merkmal für den bisherigen Erfolg des Projekts ist nach Angaben von GoBanyo vor allem die Mobilität. Man sei dort, wo die Menschen einen bräuchten. An vier Tagen in der Woche können Obdachlose den Duschbus für jeweils fünf Stunden an drei festen Standorten nutzen. Momentan ist die Nutzung an fünf Tagen in der Woche ausschließlich auf dem Harald-Stender-Platz in Kombination mit dem Bäderland möglich. Offiziell gibt es in Hamburg etwa 2000 Obdachlose. gobanyo.org

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