piste Hamburg 03/2019
INTERVIEW | KULTUR PISTE.DE 031 DU SPIELST AM 17. MÄRZ IN DER NOCHTWACHE. DAS IST SICHER- LICH NICHT DER ERSTE BESUCH IN DER HANSESTADT. Nein, ich habe unter anderem schon im Mojo gespielt. Ich liebe Hamburg. Diese Stadt ist eigentlich immer der letzte Stopp unserer Touren. Auch, weil wir nach dem Konzert dann immer gerne den Tour-Abschluss feiern. Mir gefallen die kleinen Bars mit der Live-Musik sehr. Es gibt nicht viele Städte, wo du so locker und ungehemmt sein kannst, das finde ich super. Ich hatte immer eine schöne Zeit hier. DU BIST BEIM „MONTREUX JAZZ FESTIVAL“ VON CLAUDE NOBS ENTDECKT WORDEN. DEINE AKTUELLEN CHART-SONGS SIND JA NICHT UNBEDINGT JAZZ … Überhaupt nicht, aber so ist auch das „Montreux Jazz Festival“. Ich denke es hat mal als reines Jazz-Festival begonnen und funktioniert ja schon seit über 50 Jahren. In den letzten Jahren war es wirklich eine Mischung aus allen Stilen, und ich denke, das ist auch, was meine Musik ausmacht. Meine letzten Alben sind eine Mischung aus Pop und Rock, mit Elementen aus Folk, HipHop und Jazz. Ich spiele einfach Musik, die ich gerne mag. Die Auswahl ist sehr verschieden. Den Moment, wo ich von Claude Nobs in dieser kleinen Bar entdeckt wurde, werde ich nie vergessen. Irgendwie wusste ich, dass es mein Durchbruch in der Musikbranche sein würde. Er hörte mich spielen und hat mich sofort für das Festival gebucht. Danach habe ich ihn noch auf eine Party begleitet, die alle meine Klischeevorstel- lungen von der Musikindustrie erfüllt hat. Es war eine verrückte Nacht. WIE KAM ES DENN ZU DER ZUSAMMENARBEIT MIT SHANIA TWAIN? Das war eigentlich auch wieder durch Claude Nobs, ein Jahr später. Ich war Headliner bei einem Festival mit Amy McDonald und dort traf ich auf einer späteren Gartenparty Shania Twain. Sie wollte mich bei ein paar Shows gerne als Opening Act mit dabeihaben. 2015 haben wir die ersten Shows gemeinsam in Kanada gespielt. Einen Großteil des letzten Jahres sind wir gemeinsam in den USA getourt. Mittlerweile habe ich zu ihr, ihrem Mann und dem Sohn ein familiäres Verhältnis. HAST DU TIPPS VON SHANIA TWAIN BEKOMMEN, DIE DICH WEI- TERGEBRACHT HABEN? Ich denke sie ist das beste Beispiel, dass du musikalisch machen kannst was du willst. Sie ist Pop, sie ist Country, aber auch Rock. Wenn es gut gemacht ist, kann es erfolgreich werden. Sie war die Vorreiterin für diesen Crosso- ver-Stil. Ohne Shania hätte es wahrscheinlich keine Taylor Swift gegeben. WIE BIST DU ZUR MUSIK GEKOMMEN? Wir hatten ein Xylophon zu Hause. Ich war irgendwie immer Musikfan, weil bei uns auch immer Musik lief. Singer-Songwriter waren für mich schon immer eine Inspiration, weil mir Musik mit Tiefgang sehr wichtig ist. Meine Eltern waren große Scorpions-Fans. „BASTIAN BAKER“ IST JETZT DEIN VIERTES ALBUM. WIE GEHST DU DARAN. SCHREIBST DU DIE SONGS? Für dieses Album habe ich 60 Songs geschrieben. Das heißt, es gibt noch viel, was nicht veröffentlicht wurde. Ich habe auch in Amerika gearbeitet. Dadurch gibt es verschiedene Stile auf meinem Album. Wenn mehrere Leute in einem Raum sind, dann gibt es mehr Eindrücke, die in einem Song zusammenfließen. GIBT ES SONGS AUF DEN VIER ALBEN, DIE DIR AM WICHTIGSTEN SIND? Ja, beim ersten, „Lucky“, das war das erste Lied und dank des Erfolgs dieses Liedes, habe ich schon so lange Musik machen dürfen. Und jetzt gibt es „Time“, hier habe ich mit einem Star-Produzenten gearbeitet. Der Song ist sehr emotional. Es geht darum, dass die Zeit immer schneller an einem vorbeizieht. Ich musste den Song ein paar Mal spielen und musste dabei fast weinen. IN WELCHER BESETZUNG WIRST DU SPIELEN? Bei der nächsten Tour sind wir zu sechst. Das sind Menschen, die ich mit 15 getroffen habe. Sie spielen alle mehrere Instrumente, da es bei mir auch Sachen mit Banjo und anderen Instrumenten gibt. Wir sind jetzt das ganze Jahr auf Tour. MAGST DU DAS TOUR-LEBEN NOCH? Ich liebes es zu reisen und unterwegs zu sein. Es ist aber schwer, so häufig nicht bei Familie und Freunden zu sein. Aber ich würde es gegen nichts tauschen wollen. BASTIAN BAKER IM INTERVIEW © Mira Luna Fotografie
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