piste Hamburg 03/2019
026 PISTE.DE GASTRO | MONDAY TO SUNDAY Alle Locations und Infos dazu findet Ihr auch bei mondaytosunday.de im Blog! GESUND ESSEN UND DABEI LECKER März. Frühlingsgefühle machen sich breit, ebenso der Wunsch nach ausmisten und aufräumen, der sogenannte Frühjahrsputz steht an. Auch von innen. Die Fastenzeit beginnt, wir haben sie bereits in Form eines Fünfwöchigen „No Sugar“ Retreats hinter uns. Und so haben wir drei tolle Läden besucht, die sich ganz und gar dem Guten Essen widmen. Einen eigenen Hof betreiben, mit regionalen Produkten arbeiten und ganz besondere Methoden anwenden, um butterzarten Fisch respektvoll auf den Teller zu bringen. Was sollen wir sagen? Selten haben wir so gut und gesund gegessen, wie für diese Ausgabe. Das Beste daran – das könnt Ihr auch. Genau hier. WAS WIR WIRKLICH LIEBEN KRAFTWERK HAMBURG Das Kraftwerk in Bahrenfeld ist der neue Ableger von „Was wir wirklich Lieben“ und „Küchenfreunde“ in Hamburg. Frischer Mittagstisch, bunte Gemüsebeete und gesunde Produkte vom eigenen Hof sind das Credo. Guter Elbgold Kaffee zum Frühstück und Kuchen im schönen und großzügigen Fabrikgebäude, mit dunkelgrünem Samt, Holz und viel Backstein. Der hintere Bereich hat Platz für Privates und Events, der vordere für Garten und Grill, die im Frühling folgen. Zur Mittagskarte. Unsere Maispoulardenbrust auf Kartoffelstampf mit Weinsauerkraut und Beeren, super. Beef Tatar mit Avocado garniert, krossen Pommes, Caesars Salat und Trüffelmayo ebenso. Hier vermissen wir lediglich das Ei, was dem Geschmack aber keinen Abgrund tut. Eine kleine Gemüsebowl, vielfältig zusammengestellt mit Rote Beete, Avoca- domus und Cranberrys ist superfrisch. Eröffnung war im Januar. Ist das Team erst einmal angekommen, wird das Kraftwerk sicherlich ein Selbstläufer. Und ist immer einen Besuch wert. Spätestens im April, wenn die Grillsaison eröff- net ist, kehren wir zurück. Location, Essen, Preise – volle Punktzahl. waswirwirklichlieben.de SIMBIOSA HAMBURG Kommen ein Veganer, Luxemburger und Kaffeeliebhaber ins Restaurant, so beginnen schlechte Witze. Aber auch gute Symbiosen. Fabien, Niv und Linus, letzterer auch bekannt als Törnqvist, haben sich gesucht und gefunden. Durch Begegnungen in Hamburg und Tel Aviv ist Simbiosa mit vegan-israelischer Küche entstanden. Ein Restaurant mit Licht, Botanik und Holz und Sinn für gutes Essen. Einer kleinen Ecke zum Kaffee trinken und arbeiten mit Ausblick. Mit Mezze, Shakshuka und Moussaka zum Teilen. Schwarzer Linsenpaste mit Mandeln, Walnuss und Kirschmarmelade zum Nie- derknien. Hummus und frisch gerührte Dips zum ofenwarmen Pitabrot. Besonders die Falafel fallen auf. Fluffig und grün im Kern dank Petersilie mit feiner Knoblauchnote, und somit deutlich besser als man es gewohnt ist. Ein gutes Essen schließt bekanntermaßen ein guter Espresso. Um diesen kümmert sich Linus hinter hübscher Kaffeebar mit roter Ziegel- mauer. Das Team groovt sich noch ein wenig ein, am Ende aber ist das Simbiosa eine schöne Runde Sache. simbiosa.hamburg DIE GUTE BOTSCHAFT Die Gute Botschaft ist Experimentierküche und lockere „Kantine“ von Tim Mälzer. Direkt an der Außenalster mit breiter Fensterfront. Innen mit goldenem Küchenblock, der Herd, Anrichte und Tisch zugleich ist. Ein Wunder aus Stahl, mit direktem Blick in die offene Küche. Überhaupt ist hier alles sehr offen. Team, Gast und Einrichtung verschmelzen mit- einander. Eine Tatsache, die zu hohem Wohlfühlfaktor beiträgt. Hier eine Decke überm hellen Holzstuhl, da eine gemütliche Sitzecke, dezent beleuchtet. Wie zu Besuch bei Freunden, Anonym ist hier nichts. Das Team bringt hier zwei interessante Konzepte zusammen. Hanseatisch-japanisch. Mittags gibt es einen frischen Salatgarten, und kontert gleichzeitig mit Klassikern aus der Kindheit. Cremig-mildes Kartoffelpüree mit wachsweichem Ei und Spinat ist hier in Bestform. Wen wundert´s? Ist Mälzer doch großer Verfechter von Erinnerungen, die durch Geschmäcker entstehen. Abends hingegen gibt es den Twist. Regionale Produkte werden mit asiatischer Kochkunst kombiniert. Raw, ohne die üblichen Sättigungsbeilagen. Wie uns das „Omakase“ Menü lehrt. Fünf bombastische Gänge aus butterzartem Saib- ling in Petersilienemulsion, Rosé gebratenem Iberico Schwein, Ume glasiertem Short-Rib und Crème brûlée, Würzeis und Miso Creme lassen uns sprachlos zurück. Der Fisch lässt nach Ike Jime Art, einer speziellen und respektvollen Art, sein Leben. „Omakase ist eine japanische Tradition und heißt frei übersetzt „Vertraue dem Koch und lass ihn entschei- den, was er für dich zubereitet“. Selten haben wir die Entscheidung lieber überlassen und es keine Sekunde bereut. Im Gegenteil, wenn wir könnten, würden wir das jede Woche wiederholen. dgb.hamburg
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