piste Hamburg 08/2018

018 PISTE.DE LIFESTYLE | JOB & ZUKUNFT WIE SIEHST DU DIE ENTWICKLUNG DER CONTEMPORARY DANCE SCHOOL IN DEN VERGANGENEN JAHREN? Unsere Schule wurde 2001 gegründet. Nach schwierigen Anfängen haben wir uns inzwischen etabliert und stehen auch finanziell auf gesun- den Füßen. Maßgeblichen Anteil daran hat unser Leitungsteam: Neben mir sind das Raul Valdez, seit 2009 unser künstlerischer Leiter, meine Assisten- tin Sina Rundel, Martin Stöckle als kaufmännischer Berater, der die CDSH mit seiner Firma „PPP Internetdienstleistungen“ auch finanziell unterstützt hat und Andreas Srenk, der die Öffentlichkeitsarbeit verantwortet. Unverges- sen bleibt auch die Arbeit von Tanja Baéz, die zu den Gründungsmitglie- dern zählte und 2016 viel zu früh verstorben ist. Bei uns studieren aktuell rund 50 angehende Tänzer aus allen Kontinenten, die mit unseren Lehrern und Choreografen arbeiten, die ebenfalls fast alle einen internationalen Background haben. Übrigens: Wenn wir einen Tän- zer mit großem Talent sehen, der jedoch aus wirtschaftlichen Gründen die Ausbildung bei uns nicht beginnen kann, leisten wir in Ausnahmefällen auch finanzielle Unterstützung. WIE SEHEN DIE BERUFSPERSPEKTIVEN DER CDSH-ABSOLVENTEN AUS? Durch die professionelle und praxisbezogene dreijährige Ausbildung wer- den unsere Tänzer optimal aufs Berufsleben vorbereitet. Work in Progress, Abschlussprojekte und eigene Arbeiten sind jährliche Vorstellungen, bei denen alle drei Ausbildungsklassen einem öffentlichen Publikum zeigen, was sie mit unseren Choreografen erarbeitet haben. So gehen wir sicher, dass neben der Routine in verschiedenen Tanztechniken auch Bühnenrou- tine entsteht. Außerdem erhalten wir immer wieder Auftritts-Anfragen von Veranstaltern. Unsere Absolventen tanzen später weltweit an Theatern, in Tanzkompanien, in freien Projekten, machen ihre eigenen Projekte, oder entscheiden sich, ihr Wissen weiterzugeben und zu unterrichten. WAS MAN AUF DEN ERSTEN BLICK KAUM FÜR MÖGLICH HÄLT, IST DIE KULTURELLE AUSSTRAHLUNG DER SCHULE IN ALLE WELT. Richtig. Nicht nur unsere Schüler aus vielen Ländern leben für mehrere Jahre in Hamburg. Zu unseren Aufführungen reisen oft auch deren Familien aus dem Ausland an, verbinden das mit einem Urlaub und lernen auf diese Weise Hamburg kennen. Auch wir leisten unseren bescheidenen Beitrag zum positiven Image der Hansestadt. STIMMT ES, DASS DIE CDSH IN DER INTERNATIONALEN FREIEN TANZ-SZENE INZWISCHEN EINEN HERVORRAGENDEN RUF GENIESST? Früher mussten wir auf internationale Choreografen zugehen, wenn wir sie für unsere Workshops oder als Gastchoreografen gewinnen wollten. Inzwischen ist es oft umgekehrt: Wir erhalten zunehmend Anfragen von Choreografen aus der freien Szene, die mit der CDSH arbeiten wollen. Sie sind wichtige Impulsgeber, denn sie vermitteln die neusten Tanztechni- ken wie zum Beispiel Gaga oder Flying Low. So sind unsere Tänzer ausbil- dungstechnisch immer auf dem neusten Stand. DIE CDSH SELBST STRECKT IHRE INTERNATIONALEN FÜHLER AUS. WAS PLANT IHR? Wir bieten ab sofort ein Austauschprogramm mit dem Dance Haus in Mailand an, ebenfalls eine Berufsfachschule für Bühnentanz. Jeweils drei Tänzer kommen pro Jahr in den Genuss einer prägenden Auslandserfah- rung. Dieses Austauschprogramm steht im Zusammenhang mit dem EurAsia Dance Project, einem groß angelegten Kooperationsprojekt zwischen europäischen und indischen Ausbildungsstätten für Tanz, von dem wir seit dem Schuljahr 2017/18 Teil sein dürfen. NUN STEHT IM KOMMENDEN JAHR EIN WEITERER ENTWICK- LUNGSSCHUB FÜR DIE SCHULE AN. KLÄR UNS MAL AUF. Wir freuen uns schon sehr darauf, im Sommer 2019 in die „Wiese“ umzuzie- hen. Dort am Wiesendamm entsteht ein neues Kulturzentrum. Und wir sind als Hauptmieter dabei: Mit modernen Studios, mehr Platz und neuster Technik. JAVIER BAÉZ IM INTERVIEW Die Contemporary Dance School Hamburg, kurz CDSH, ist eine staat- lich anerkannte und BaföG geförderte Berufsfachschule für zeitgenös- sischen Bühnentanz und die einzige ihrer Art in Norddeutschland. Die praxisnahe Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst Fächer wie zeit- genössische und klassische Tanztechnik, Ballett, Schauspiel, Gesang und Anatomie. Aus bescheidenen Anfängen hat sich die Schule mittler- weile zum Anziehungspunkt für angehende Tänzer aus aller Welt ent- wickelt. Leiter der Schule ist der gebürtige mexikanische Tänzer und Choreograf Javier Baéz, der unter anderem 2011 in seinem Heimat- land mit einem renommierten Kulturpreis für seine Arbeit als Tanzschaf- fender ausgezeichnet wurde. © Ute Laukner

RkJQdWJsaXNoZXIy MzQxODIw