piste Hamburg 05/2018
PISTE.DE 049 METAL & PUNKROCK | AUF DER PISTE KENNSTE SCHON ...? Wie …? Richtig, einfach nur Mutz. Ein Wahnsinnstyp, ein brillanter Unterhalter und neben seiner Solokarriere auch noch ein großartiger Musiker bei Drone. Mutz zu erleben ist eine One-Man-Na- turgewalt. Für mich ein Gänsehaut- und Schmunzelgarant. Gerade, ehrlich, purer Rock´n´Roll. Ein bisschen Johhny Cash, eine Prise Mötley Crüe und ganz viel Liebe zur Musik und seinem Publikum. Sollte der Mann in Eurer Stadt sein, lasst ihn Euch keinesfalls entgehen! MUTZ Der Mann passt einfach zu Hamburg. Warum? Nun ja, vor seiner Karriere als Musiker arbeitete er der Legende nach in einem Sexshop. Vielleicht kommt daher auch seine Vorliebe für diverse Masken. Mittlerweile ist er nämlich seit vielen Jahren fester Bestandteil von Slipknot. Und Stone Sour. Nicht nur, dass er den Spagat zwischen diesen beiden Bands hinbekommt. Er hat so ganz nebenbei auch noch Bücher geschrieben. Und wie nicht anders zu erwarten, drehte sich sein erster Roman um die sieben Todsünden. Ein echtes Multitalent, von dem man bestimmt noch einiges erwarten darf. COREY TAYLOR CD-TIPPS ABBATH Vom Spacelord Motherfucker zum Whatever Mindfucker. Die Scheibe ist eine wahre Hommage und Verneigung von Mastermind Dave Wyndorf an seine schein- bar musikalischen Lieblinge. Mal bluesig, mal stoned – sorry, Sto- ner – mal eine Spur härter. Eine Scheibe, die man stundenlang in heavy rotation haben kann. Und zwar vom ersten bis zum letzten Song. Ein wirkliches Meisterwerk. Bleibt zu hoffen, dass man dieses Niveau auch in Zukunft halten kann. MONSTER MAGNET MINDFUCKER Seit einem Vierteljahrhundert be- scheren uns die Urgesteine des deutschen Gothic-Metal mit Schei- ben. Mal werden sie gefeiert, mal abgrundtief gehatet. Fakt ist, sie haben eine treue Fanbase. Man bekommt auch diesmal gewohnte Kost. Klare Vocals duellieren sich mit düsteren Growls. Wie schon beim Vorgänger-Album auch dies- mal mit zweistimmigen Gitarren unterlegt, was der Gesamtkompo- sition nur guttut. Oblivion ist also eine grundsolide Scheibe, die man sich ruhigen Gewissens in die Sammlung stellen darf. Selbst als Nicht-Die-Hard-Fan. CREMATORY OBLIVION THE CROWN COBRA SPEED PARKWAY DRIVE REVERENCE Ursprünglich mal Crown of Thorns, was ein klein wenig schon die Richtung vorgibt. Schwedisch, Brutal, Death. Eine Band, die ex- emplarisch für die skandinavische Death Metal-Szene steht. Das tut auch dieses Album. Musikalisch brillant und fast schon Hit- und Ohrwurmverdächtig. Bei dieser Scheibe heißt es wirklich: Na- ckenmuskulatur vordehnen, sanft aufwärmen und dann den Dingen ihren Lauf lassen. Frei nach Peter Wackel „Es gibt nur ein Speed – Highspeed.“ Fünf attraktive, australische Sunny Boys. So nehmen viele die Jungs selbst nach Jahren ihres Beste- hens wahr und tun ihnen damit verdammt Unrecht. Man sucht auf den letzten Alben vergeblich die genre-typischen Clear Vocals. Die fünf Herren von Down Under liefern einfach ein Brett nach dem anderen ab. So ist auch diese Scheibe einfach hard … und core. Fast schon geeignet für die nächste Strandparty. Mit dem Soundtrack vertreibt man jeden Weißen Hai. Zumindest unsere heimischen Kieler Sprotten. Nicht zu verwechseln mit ABBA. Kommen beide zwar geographisch aus der gleichen Ecke, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Die einen sind mehr so sweet, und er ist mehr so „versteckt Eure Kinder, ES geht wieder um“. Hinter dieser finsteren Fassade verbirgt sich allerdings ein absolut genialer Mukker. Wer also mal einen kleinen Ausflug in guten und hörbaren Death-Metal wagen möchte, ist bei seinen Scheiben bestens aufgehoben. Nur noch eine Bitte. Taucht auf seinen Konzerten NICHT mit KISS-Shirts auf. Auch wenn mancher Zeitgenosse ihn wirklich mit Gene Simmons verwechselt. © Alexei Vitvitskiy
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