piste Hamburg 04/2018

032 PISTE.DE KULTUR | THEATER & TANZ THEATER – DAS DILETTANTENSTADL AB 5. APRIL In ihrer Performance „Das Dilettantenstadl“ lädt das Hamburger Künstlerin- nenduo Helen Schröder und Ekaterina Statkus die Zuschauer dazu ein, ge- meinsam den Dilettantismus zu feiern. In keiner anderen Epoche gab es so viele Experten und Spezialisten wie heute. Nie zuvor versteckten sich mehr Menschen hinter Ratgeberliteratur und Fertiglebensentwürfen, in der Angst, et- was falsch zu machen oder sich bloßzustellen. Damit ist jetzt Schluss: Auf den Spuren der „schlechtesten Band aller Zeiten“, den legendären Shaggs, grün- den die beiden Performerinnen eine eigene Band, um mit dem Publikum das schönste Musikvideo aller Zeiten zu drehen. Die Zuschauer werden als Grup- penchor, Akrobatikkünstler oder Tänzer zu direkten Verbündeten. Schröder und Statkus zeichnen sich durch ihre Verbindung von Comedy und Kritik am (Kunst-) System aus und werden zum ersten Mal von Kampnagel präsentiert. © Schröder+Statkus MUSIK – BAND BABA ZULA AM 13. APRIL Zum vierten Mal kommen BaBa ZuLa zurück zu Kampnagel, um eine ihrer schweißtreibenden „Istanbul Psychedelia“-Sessions abzuhalten. Die Fans, und alle die es noch werden wollen, erwartet eine verwegene Mischung aus anatolischem Folk, präislamischer Schamanenmusik, Psychedelic Rock und einer spektakulären Liveband um Sänger Murat Ertel. Die Liste ihrer mu- sikalischen Kollaborationen umfasst so unterschiedliche Künstler wie Mad Professor, den leider verstorbenen Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit und Alexander Hacke, der gemeinsam mit Fatih Akin die Band für den Film „Crossing the Bridges“ porträtiert hat. BaBa ZuLa, die seit über zwanzig Jahren zu eine der „wichtigsten Rockbands der Türkei“ zählen (Deutschland- radio Kultur), veröffentlichten zuletzt 2017 das von Zensur betroffene Jubi- läumsalbum „XX“ auf der Qualitätsinstanz Glitterbeat. Um die Party perfekt zu machen, gibt’s im Anschluss noch Musik vom Peacetanbul Soundsystem. © Ekin Özbiçer TANZ – SYN AB 26. APRIL Die Inszenierung des Berliner Choreografen Jochen Roller und der Ham- burger Choreografin Friederike Lampert für dreizehn Tänzer des Natio- nalballett Kosovo benutzt das Vokabular des klassischen Balletts, um cho- reografische Formen von Gemeinschaft und Zusammensein zu entwerfen. Aus der Tradition des Balletts werden bekannte Bilder neu interpretiert, umgedeutet und re-mixed, um einen Esprit der jüngsten Nation Europas abzubilden, der jenseits der in den Medien präsenten Bilder von Krieg, Trauma und Zerstörung existiert. Zum Sound des Deep House aus der Clubszene der Hauptstadt Pristina tanzt sich das junge Ensemble in ei- nen kinetischen Rausch, in dem das Individuum in einem Kollektiv aus permanenter Bewegung, Beats und Schweiß aufgeht. Jochen Roller, hat als Tanzdramaturg und Choreograf seit Jahren eine enge Verbindung zu Kampnagel. © Bardha Neziri Kampnagel ist Deutschlands größte freie Spiel- und Produktionsstätte und zählt zu den international bedeutendsten Bühnen für darstellende Künste. Die ehemalige Kranfabrik wurde 1984, nach der Zwischennutzung des Deutschen Schauspielhauses und den Besetzungsproben-Festivals freier Theater- gruppen, in einen multifunktionalen Bühnenkomplex umgebaut. Dieser umfasst heute sechs Bühnen, ein Kino, neun Probenräume und ein Restaurant. Weitere Informationen unter: kampnagel.de KAMPNAGEL THEATER, MUSIK, TANZ

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