piste Hamburg 01/2018
018 PISTE.DE LIFESTYLE | TECH-NEWS Gegenüber dem Reloop Turn2 ist der Pioneer DJ DJS-1000 das wahre Tech- nik-Monster und wird jeden Nutzer zuallererst vor einige offene Fragen stellen. Einen schnellen Einstieg in den Sampler und Step-Sequenzer gibt es wohl nur für die DJs, die den Pioneer Toraiz SP-16 bereits kennen, der mit ähnlichen Funktionen ein wenig mehr in Richtung „Studio“ ausgerichtet ist. Der DJS-1000 ist nun straight ausgerichtet auf einen Platz im DJ-Setup und bringt damit alle Notwendigkeiten mit sich. Zum einen passt er sich dort durch die Einbin- dung in das Pro DJ Link Netzwerk perfekt in das DJ Setup ein. Das Gerät bekommt somit Tempo- und Takt-Informationen von im Netzwerk laufenden Playern, natürlich dem Master-Player jeweils. Zum anderen erlaubt der DJS- 1000 das direkte Sampling von Soundquellen, also zum Beispiel im Send- & Return eines Mixers hängend von einzelnen Spuren oder als Insert genutzt das Master-Signal. Dazu kommen natürlich Samples vom internen Speicher oder von „außen“ – per USB-Stick oder angeschlossener Festplatte. 16 große Pads laden zum Einspielen ein und repräsentieren dabei 16 nutzbare Tracks bei 1 bis 64 Steps pro Pattern bei 16 möglichen Pattern pro Szene und bis zu 16 Szenen. Viel, viel Material ist also möglich, maximale Länge der Samples jedoch 32 Sekunden. Die 16 Pads bieten vier Modi: Mute, Hot Slice, Slice und Scale. So können Samples nicht nur in Stücken direkt angespielt werden, sondern auch chromatisch – also in verschiedenen Tonhöhen. Eine direkte Sample-Bearbeitung (Tonhöhe, Länge, Startpunkt oder Hüllkurven-Parameter) so wie Effekte pro Sample (z. B. Chorus, EQ, Filter, Kompressor) runden die Sample-Arbeit ab. Für alle Samples gibt es zusätzlich eine FX-Einheit mit klassischen Effekten (Filter HPF und LPF, Dub Echo, Pitch Echo, Lo-Fi oder Re- verb). Zugegeben zum DJS-1000 gäbe es noch sehr, sehr viel zu sagen. Wer ihn ausprobieren möchte, sollte das dringend tun, sich aber ein wenig Zeit nehmen. Die Kiste macht Spaß und kann viel. Kostenpunkt: 1.299 Euro (UVP). pioneerdj.com PIONEER DJS-1000 Der Reloop Turn2 besticht in der Tat auf den ersten Blick durch sein mini- malistisches Äußeres. Eigentlich hat der Plattenspieler nichts – außer einen Plattenteller und einen Tonarm. Zumindest, sobald man Plattenteller und Rie- men installiert hat. Also schon gut erkennbar, eigentlich aber auch klar, als das Wort „HiFi“ fiel: Es handelt sich um einen riemenbetrieben Plattenspieler. Diesen gibt es übrigens in schwarz, weiß oder rot. Das schlichte Gehäuse wirft natürlich die Frage nach den Bedienelementen auf. Hiervon gibt es nicht viele, zwei Schalter müssen reichen. On / Off findet sich an der linken Un- terseite des Gerätes, die Wahl der Geschwindigkeit zwischen 33 1/3 und 45 Umdrehungen findet sich rechtsseitig. Funktionell – so wie die Rückseite auch: Vergoldete Cinch-Buchsen, Erdungsschraube und Anschluss für das ex- terne Netzteil. Alles an notwendigen Kabeln wird natürlich mitgeliefert. Sehr schön, gerade mit Hinblick auf den Preis, ist die Tatsache, dass der Lieferum- fang auch ein Ortofon OM10 Tonabnehmer-System beinhaltet, vormontiert im richtigen Winkel und mit dem richtigen Überhang. Ein sehr gutes System im günstigen Preisbereich, sehr gut passend zum Preis und der Zielrichtung des Turn2 selbst. Der Preis für den Plattenspieler inklusive dem System liegt bei rund 300 Euro, die Zielrichtung damit also bei dem HiFi-Enthusiasten, der die ersten Schritte macht oder aber ein knappes Budget zur Verfügung hat. Jeder weiß, gerade im HiFi-Bereich ist Luft nach oben. Viel Luft nach oben. Qua- litativ, viel mehr aber noch preislich. Hier wird das Pareto-Prinzip teilweise ad absurdum geführt. Der Reloop Turn2 aber bietet eine solide Qualität und Leistung, schnelle Inbetriebnahme, guten Klang und einen fairen Preis – und sieht dabei auch noch wirklich schick aus. reloop-hifi.com RELOOP TURN2 Größer könnte der Unterschied zwischen den Produkten dieses Mal nicht sein: Zum einen findet sich hier der futuristische Sampler für Live-Performan- ces von Pioneer DJ – massiv und bunt. Zum anderen ein schlanker und minimalistischer Plattenspieler von Reloop, der den Nerv von HiFi-Enthusiasten treffen soll, statt den eines DJs.
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